Geschmacksverirrung im Buchdruck
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schließen zu können, als mit dem: Möge nie kommen der Tag, wo die deutschen Gymnasiallehrer aufhören, ans dem nnversieglichcn Jungbrunnen antiker Kunst die Begeisterung uud die ideale Lebensanschauung zu schöpfen, ohne die ein gedeihliches Wirken des Schulmanns undenkbar ist.
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Geschmacksverirrung im Buchdruck
m Buchs atz, sollte ich eigentlich sagen. Denn den Druck besorgt jn die Maschine, und wenn die gut zugerichtet, mit guter Farbe verscheu und gnt bedient wird, so druckt sie auch gut, und darin laßt auch das Buch, das mir den Anlaß zn dieser Besprechung giebt, nichts zu wünschen übrig, gedruckt ist es tadellos. Aber als Erzeugnis des Vuchsatzes ist es eine Geschmacksverirrung, und da es leider nicht allein steht, sondern schon eine Anzahl Vorgänger hat, uud zu befürchteu ist, daß es noch eine größere Anzahl Nachfolger finden werde, so möchte ich doch die Sache einmal zur Sprache briugen, ehe es zu spät wird.
Das Bnch, das ich meine, ist vor wenigen Wochen erschienen (im Verlag von I. I. Weber in Leipzig) und führt den Titel: Die wirtschaftliche Thätigkeit der Kirche in Deutschland. Von Theo Svmmerlad. Erster Band.
Da ich mich hier wirklich nur mit dem Äußern des Buches beschäftigen will, so hilft es nichts, ich muß es dem Leser zunächst kurz beschreiben. Das Buch hat also 349 Seiten und ist ans starkes Büttenpapier gedruckt uud zwar mit einer neu cmgefertigten großen gotischen Schrift, die sich an die Missal- buchstaben ans dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts anlehnt, aber etwas umgestaltet, „modernisiert" ist. Die Schrift ist so groß, daß bei einer Buchhöhe von 29 Centimetern ans einer voll mit Text bedruckten Seite nur 25 Zeilen stehn. Diese 25 Zeilen bilden eine Kolumne, von 18^2 Centimetern Höhe und 12^2 Centimetern Breite.
Ich will nicht von der unerhörten Verschwendung reden, die hierin liegt. Das Buch ist ein streng wissenschaftliches, ein ausschließlich fachwisseuschaft- liches Werk, das auf einen ganz bestimmten, verhältnismäßig eng begrenzten Abnehmerkreis zn rechnen hat. Vor mir liegt ein zweites Buch, das zufällig genau dieselbe Kolumnenhöhe hat, 18Centimeter, ebenfalls ein fachwisfen- schaftliches Werk, höchst anstündig ausgestattet, auf gutes, holzfreies Papier mit einer schön geschnittnen großen, deutlichen Fraktnrschrift gedruckt. In diesem Buche hat die Kolumne 38 Zeilen, und während dort, bei Sommerlnd, auf der Zeile durchschnittlich 12 bis 13 Silben stehn, hat hier die Zeile, obwohl