Beitrag 
Balten, Finnländer, Buren : eine politische Gleichung
Seite
466
Einzelbild herunterladen
 

466

Die deutsche Frage in Ungarns Gstmark

Und Nußlands größter Kritiker, Wissarion Bjelinski, bezeichnete den hohen Aufschwung des russischen Geisteslebens seiner Zeit, der Tausende begeisterte nnd zn großen Hoffnungen entflammte, mit hellseherischer Schärfe als eine trügerische, vergängliche Erscheinung, solange dieser Blüte nicht der Dauer- boden eines Verfassungslebens gesichert sei. Da das Deutsche Reich aber eine in sich selbst ruhende Zentrnlsonne unsers Volkstnms auch in geistigem Sinne ist, so müsse» wir hoffe», daß das Licht, die Wärme, mit denen es den Äther des Kulturlebens durchglüht, dazu ausreichen werden, wenigstens die größern nnd znsammenhängendern der abgesprengten Splitter vor dem völligen Ab­sterben zu bewahren.

Die deutsche Frage in Ungarns Ostmark

Gin Ivort für die Siebenbürger Sachsen von Hans v. Schnvert, Professor der Kirchengeschichte in Aiel

(Schluß)

achdem so den Sachsen die alte politische Organisation genommen war, hat man bis heute andauernd versucht, das geistige Leben einzuschnüren, das so ausgeprägt deutsch ist, wie ich gezeigt habe. Zwar an die stnatsgrundgesetzlich gesicherte kirchliche Autonomie hat sich der magyarische Chanvinismns noch nicht herangewagt, aber seit zwanzig Jahren danert ein heißer Kampf um die Schule. 1879 wurde das Magyarische auch iu deu Volksschulen obligatorisch gemacht, 1.883 erfolgte das unglückliche Mittelschulgesetz, das die humanistische Bil­dung der sächsischen Gymnasien anfs schwerste schädigte dadurch, daß das Ma­gyarische iu großem Umfang eingeführt wnrde auf Kosten des Griechischen, das auf die vier Oberklassen beschränkt wurde. Da auch die Fachlehrerprüfnug durch ein Examen in magyarischer Sprache nnd Litteratur bereichert wnrde, so folgte die Notwendigkeit, das Stndinm wenigstens zum Teil auf einer unga­rischen Universität zu absolvieren. Die sächsischen Studenten studieren denu auch meist an der magyarischen Universität ihres Landes, Klansenbnrg, wo sie auch die Prüfnngen ablegen. Während den Konfessionsschule», also auch den sächsischen, die staatliche Subvention fehlt, müssen die Konfessionsverwandten doch zu deu allgemeine» staatliche» Steuer» beitrage», svdaß sie eigentlich zwei Schule» bezahle». Dazu werden ihnen überall Staatsschuld» als Kon­kurrenzanstalten hingesetzt. Sie grüßen den Besncher beim Eintritt in Kron­stadt. Im Milleniumsjahr 1896 hat die Negierung allein vierhundert neue Staatsschulen mit magyarischer Unterrichtssprache, vornehmlich in Gegenden