Beitrag 
Die deutsche Weltpolitik. 5
Seite
133
Einzelbild herunterladen
 

Zur Lmueufrage

133

gegen England zu Hetze», Nußland gegenüber besorgt siud, daß es ein Wort oder einen Blick übel uehmeu könnte. Eine solche Haltung ist nicht deutsch, sie ist russisch, sie besorgt lediglich Rußlands Geschäfte. Für den deutschen Diplomaten kann es allein darauf ankommen, deutsche Ziele zu verfolgen, uud wenn diese Ziele dem Nachbar zur Rechte» oder dem zur Linken oder auch dem angelsächsischen Vetter nicht gefallen, so mag er thun, was er nicht lasse» kann. Die Weltlage ist derart, daß der Engländer wie der Russe Anlaß hat, sich des deutschen Wohlwollens sicher zu halte», und daß er sich in das Un­vermeidliche fügen wird, lim der größer» Sache willen. Wer im Gedränge nach allen Seiten Bücklinge machen will, stoßt überall an, nnd am besten kommt der vorwärts, der ohne viel rechts uud links zu sehn hindurchstrebt uach seinem Ziele. Der Wille imponiert, nicht das Rücksichtnehmen. Seinen Willen durchzusetzen, dazu gehört allerdings Kraft. Nun ist unsre Laudseite zwar stark, aber die Seeseite harrt noch des Waffenschutzcs, der starken Flotte. Wer weder eine russische, noch eine englische, sondern eine deutsche Politik will, der decke Siegfrieds Schwäche mit Stnhlpanzern. Nnr so wird es dem deutschen Volke gelingen, seinen Weg zn gehn.

Wo ein Wille ist, ist anch ein Weg. Der Weg der dentschen Weltpolitik führt auf schmalem Steige a» Klippe» uud Abgründen vorbei, er erheischt von denen, die ihn betreten, kaltblütige Sicherheit; aber er ist da, und er führt auf die Höhe deutscher Wohlfahrt. Da soll man nicht zagen uud ängstlich um sich scheinen, wenn hie uud da eiu Steiu in deu Abgrund poltert; nnr vorwärts mnß der Blick gerichtet sein, nicht rückwärts oder in die Tiefen, nnr vorwärts ans die deutsche Zukunft.

Zur Frauensrage

(Schluß)

n Preußen ist im Frühjahr 1898 der auf Errichtung eines städtischen öffentlichen Mädchengymnasinms nach dein Lehrplane eines sogenannten Refvrmgymnasiums gerichtete Antrag des Magistrats zu Breslau von der Uuterrichtsverwältuug » liminv abgelehnt worden, nnd zwar, wie der damalige Kultusminister im Al'gevrduetenhause am 20. April 1898 ausführte, wegen des engen Zu­sammenhangs der Sache mit den Verhältnissen der Universitäten nnd mit den Lehrerinnenprüfungen. Man wird dein Minister darin nur beipflichten können, daß ein Zugeständnis auf diesem Gebiete einen nicht wieder rückgängig zu