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Erinnerungen an den ungarischen Feldzug im Jahre 1849 : herausgegeben von Adolf Heß
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Wie mein Hans Vhm Minister wurde

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Hütte, Es hieß, Ofen und Pest seien von den Ungarn verlassen, eine starke Abteilung lüge an der Theiß in Szolnok und Miklos, und Kossuth sei mit seinem Anhang nach Szegedin geeilt. Die Bewohner waren durch uuser freundliches Verhalten ermntigt worden; sie kehrten in ihre Häuser zurück und nahmen unsre Truppen gern auf. Das war besonders auffallend in Miskolcz, einer Stadt mit zahlreichen Einwohnern, in der sich ein großer Teil des Adels aufhielt. Das Volk, durch den Krieg erschöpft, ohne Geld und ohne Obrigkeit, war sehr erfreut über die bevorstehende Umänderung und sprach mit Vergnügen von der Einnahme Debreczins durch unsre Truppen. Alle, oder wenigstens die Mehrzahl der Bewohner, begriffen endlich ihre Lage und sehnten nnr ein baldiges Ende herbei. In Miskolcz wurde dem Generalfeldmarschall eine Deputation vorgestellt, die die russischeu Waffen rühmte und möglichst strenge Maßregeln zur Beruhigung des Landes zu treffen bat. Zutrauen bestand nur zu den Russen; denn wenn auch durch das ganze Land Kossuths Proklamationen gingen, die das Volk Mann für Mann zum Aufstande gegen uns aufforderten, so war hiermit auch die ganze Thätigkeit der ungarischen Negierung erschöpft. In den erwähnten Proklamationen wurde dem ganzen Volke mitgeteilt, daß Ungarn auf irgend welche Unterstützung von keiner Seite zu rechnen habe; man müsse allein kämpfen und das Vaterland durch eigne Kraft retten. Zur Erhöhung der Begeisterung des Volkes wurden besondre Gebete verfaßt; außer­dem schrieben die Zeitungen von Grausamkeiten der Russen gegen die Be­wohner des Landes uud die Gefangnen; aber all diese Aufrufe und Nachrichten brachten keinen Eindruck hervor, weil sich das Volk selbst durch Anschauung vom Gegenteil überzeugte. Allgemeine Niedergeschlagenheit folgte auf die voraufgegangnen glänzenden Träume der Patrioten; Kossuth war vou seinem Ruhmesaltar herabgestürzt. Insgeheim bestand noch Hoffnung auf die Armee Görgeis und die Südarmee; aber die letzten Mißerfolge, die auch diese Ab­teilung betroffen hatten, trugen noch mehr zur allgemeinen Enttäuschung bei,

(Fortsetzung folgt)

Wie mein Hans Ohm Minister wurde

von Timm Uröger Erstes Kapitel

odn Morgn, sagte jemand, der bei dem Verlehntsmann (Altenteiler) Jasper Thun in die Stube trat. Das war mein Hans Ohm, der Dorsschneider von Fallingborstel und Umgegend, Früher hatte er sich mit Detlev Neese in die Ehre und in den Verdienst teilen müssen; seitdeni man aber den Meister Detlev nach dem Kirchhof gebracht hatte (und das war vor vier Wochen geschehen), war er der alleinige, der einzige Kleidertuustler. Zu Jasper Thun kam er zum erstenmal. Grenzbotcn II 1900 v