Zur sozialen Frage hgs;
ohne klar erkanntes Ziel wühlen, ngitiren, sich zanken nnd durch einander schreien, wenn auch noch keine Gefahr für den Staat, so doch sicher kein Zeichen von Gesundheit unsers Gemeinwesens ist. Möchten sich für die Lösung der großen, schöueu uud schwierigen Aufgabe, die im Vorstehenden angedeutet ist, die rechten Männer finden!
Zur sozialen Frage
s wurde schon darauf hingewiesen, daß sich die Löhne nicht beliebig erhöhen lassen, wie es die Arbeiter durch Arbeitseinstellungen häufig versuchen, denn die Nachfrage nach dem Erzeugnis entscheidet in jedem Falle über die Möglichkeit des Gelingens, nnd es fragt sich immer, ob das Kapital und der Unternehmer mich Erhöhung der Löhne noch ihre Rechnung finden werden. Dagegen kann die Beteiligung am Gewinn keine wirtschaftlichen Störungen herbeiführen, weil j" das Borhandensein eines Gewinns den Beweis liefert, daß das Unternehmen Gedeihen hat. Daß für das Kapital der Unternehmergewinn vermindert wird, betrachten wir nicht als einen Übelstand; es liegt hierin das Opfer, das das Kapital der Arbeit zu bringen hat, um der Arbeit gerecht zu werden. Es wird sich aber bei allgemeinerer Anwendung der Gewinnbeteiligung bald zeigen ^ und hierauf ist das größte Gewicht zu legeu —, daß von einem Opfer überhaupt keine Nede sein wird, daß vielmehr auch das Kapital, indem es scheinbar anf größern Nutzen verzichtet, in eine bessere Lage kommt, denn der größere unproduktive Berbranch, der durch Zuwendung vieler Millionen an die Arbeiter verursacht wird, muß eine bedeutende Steigerung der Nachfrage aller Verbrauchsgegenstände hervorrufen, svdaß kanm allen Auforderuugcu wird genügt werden können. Wenn diese Überzeugung erst in die Kreise der Kapitalisten eindringt, wird die Gewinnbeteiligung rasch Eingang finden. Niemand wird bestreiten können, daß zur Zeit ein großer Teil des Unternehmergewinns zn neuen Unternehmungen häufig überflüssigerweise oder zum Schaden schwächerer Konkurrenten verwandt wird, während das den Arbeitern Zufließende zur Verbesserung ihrer Lebensform, mithin zn ilnprodnktivem Verbrauch ausgegeben wird.
Wir sehen in der Gewinnbeteiligung einen Ausgleich zwischen den Bestrebungen der Sozialdemokratin! und der jetzt bestehenden Gesellschaftsform. Die Svzialdemvkratie will, wie Bebel neuerdings auf dem Kongreß in Brüssel ausgesprochen hat, die jetzige bürgerliche Gesellschaft vernichten, d. h. das