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Homunculus und Herr Nemo : ein philosophisches Märchen :
(Schluß)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Vorgängen im Gehirn? fragte Wirklich. Und wie steht es um die Realität von Raum und Zeit und die so ganz unerschütterliche der Materie? entgegnete Sinner. Das Wesen, das wir soeben beobachteten, lebte und bewegte sich in einem Raume, der nicht ist, es hatte eine Zeit hinter sich, die nicht war. Die Materie, die es sah und suhlte, war nichtig, die Menschen, mit denen es sprach, waren weniger als ein Schatten. Nichts war wirklich, als es selbst, und die kurze Spanne Zeit, in der wir es vernahmen. Nicht einmal die Naturgesetze, nach denen sich seine Welt bewegte, sind wirklich, uud doch erschien ihm alles so real wie uns, und mit Hohnlachen wies es den Versuch, seine Welt zu leugnen, zurück. Sollte es nicht einen Standpunkt geben, von dem auch unsre Welt, unsre Zeit, das, was wir Naturgesetze nennen, ja wir selbst ebenso nichtig aussehen wie Herr Nemv und seine Welt?

Wirklich erwiderte nichts. Sinner aber sprach, mehr für sich als zu dem andern gewendet, die Verse:

Geheimnisvoll am lichten Tag

Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,

Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,

Das zwingst dn ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Interviewen. Zu den seltsamsten Erscheinungen unsrer an Seltsamkeiten recht reicheil Zeit gehört es wohl, daß Männer in hoher Staatsstellung sich her­beilassen, den Besuch van Journalisten anzunehmen, die mit der ansgesprochneu Absicht erscheinen, sie auszukundschaften. Weun die Leiter hervorragender politischer Blätter die Gelegenheit suchen, ihre Kenntnis der in Regiernngskreisen herrschenden Auffassung bestimmten Fragen an der Quelle zu schöpfen, so ist das ebenso natür­lich, als daß Staatsmänuer solchen Bemühungen mittelbar oder unmittelbar ent­gegenkommen, falls sie sich darauf verlassen können, daß die Erkundigungen im Interesse des Staates eingezogen und taktvoll benutzt werden. Aber Publizisten im wahren Sinne des Wortes, Männer, die es mit ihrer wichtigen Aufgabe erust nehmen, sind es ja nicht, die einen fremden Gesandten, Minister, General über­fallen, um ein oft höchst abgeschmacktes Examen mit ihnen anzustellen uud das Frag- und Antwortspiel brühwarm an eine Zeitung zu schicken, sondern in der Regelrontinirte lüoiviois voznAoni's," die statt in Barchent oder Cigarren in Politik machen, weil ihnen dies Geschäft einträglicher erscheint. Sie leihen dann in ihren Berichten die eigentümliche Beredsamkeit ihres Standes großmütig der Kundschaft," d. h. deininterviewten" Staatsmanne, Plaudern rücksichtslos ver-