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Theodor Körners Braut
und Psychologie müssen sich also vereinigen, um die Aufgabe der Litteraturgeschichte zu lösen.
Ten Vrink hat nicht am wenigsten durch sein Wirken der Litteraturgeschichte ihre Berechtigung im Gesamtorganismus der Geisteswissenschaften gesichert, die ihr früher vielfach verweigert wurde; er hat ihre Aufgabe noch über das Gebiet der rein geschichtlichen Forschung hinaus erweitert und auf den wohlthätigen Einfluß hingewiesen, den die Litteraturgeschichte auf die Entwicklung der Litteratur auszuüben vermag; sie leistet, sagt er, für diese durch methodische Arbeit etwas ähnliches wie das, was die führenden Geister der Nationen und Epochen durch ihre Genialität leisten, d. h. sie kvrrigirt die Überlieferung. Sie bahnt uns durch Dickicht und Gestrüpp die Wege, die zu versteckten Aussichtspunkten, zu verborgnen Quellen und Ruheplätzen sühren; sie schlägt Brücken über Abgründe, die uns von den hohen Gipfeln trennen; sie setzt das Thal, in dem unser Hüttchen liegt, mit der großen umgebenden Welt in Verbindung und belehrt uns darüber, an welchem Punkte dieser Welt wir eigentlich wohnen, uud was das Fleckchen Erde, das wir überschauen, im Verhältnis zum Ganzen bedeutet. Mit andern Worten: die Litteraturgeschichte erleichtert uns den Zugang zu dem eigentlich Wichtigen und dauernd Wertvollen in der Litteratur uud giebt uns, indem sie uns über die Beschränkung des Jetzt und der Hier hinaushebt, erst den Maßstab zu seiner Beurteilung.
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en als Manuskript gedruckten Erinnerungen: Aus meinem Leben (Die ersten dreißig Jahre 1819 bis 1849) von Alfred Ritter von Arneth, dem Geschichtschreiber Maria Theresias und Vorstand des österreichischen Staatsarchivs, verdanken wir die Bereicherung unsrer Litteratur um eines ihrer schönsten Frauenbilder. Arneths Mutter war niemand andres als Antonie Adamberger, die vielgefeierte Hofburgschauspielerin und Braut Theodor Körners, die sich vier Jahre nach dem tragischen Tode ihres Bräutigams 1817 zur Ehe mit dem damaligen Kustos und spätern Direktor des kaiserlich-königlichen Münz- und Antikenkabinetts Joseph Arneth entschloß. Von dieser prächtigen Frau, die sich beim Eintritt in den Ehestand von der Bühne zurückzog, wußten wir bisher nur durch die schwärmerischen Briefe Körners über seine geliebte „Toni"; nun hat