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Die psychologische Unmöglichkeit eines sozialdemokratischen Staates
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Geschichtsphilosophische Gedanken

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Staate der zweite der genannten Fülle eintreten würde, denn dieser wäre gleichbedeutend mit einer Selbstvernichtnng: ein Staat, der alle Selbständig­keit des Denkens und Handelns vernichten wollte, würde schließlich sich selbst als Staat unmöglich machen. Es würde also wahrscheiulich der erste oder der dritte Fall eintreten; der dritte Fall hat die größere Wahrscheinlichkeit. Das Volk als große Masse der Bevölkerung hat nie selbständige Ansichten gehabt, sondern hat sich stets der Leitung selbständiger Naturen überlassen, derart, daß es ohne eiuc solche Leitung stets machtlos war. Es wäre mich nicht zu erklären, warum sich die große Meuge so oft iu der Geschichte die Tyrannei eines Einzelnen hätte gefallen lassen, um gewisse Ziele zu erreichen, die dieser Einzelne oder andre Einzelne vorgezeichnet hatten, wenn es nicht ihr unklares Gefühl gewesen wäre, daß sie ohne eine solche Leitung überhaupt nichts erreiche» könnte. Schon jetzt herrscht unter den Svzialdemvkraten eine stramme Parteidisziplin, die sich in einein sozialdemvkmtischen Staate noch steigern müßte, wenn die große Masse etwas zustande bringen sollte. Es liegt aber, sagen wir, in der Unvvllkommenheit der menschlichen Natur, daß die, die herrschen, sich auf Kosten der Beherrschten gewisse cinßere Vorteile zu sichern und die Beherrschten in ihrer Unterthänigkeit zu erhalten streben, uud damit wäre der Entwicklungsgang des sozialdemokratischen Staates vorgezeichnet.

(Schluß folgt)

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enn wir Heutigen uns nach realen Grundlagen für eine Staaten- bilduug umsehen, so denken wir gewöhnlich zunächst an die Nationalität. Den Menschen des frühern Mittelalters lag dieser Gedanke fern. Nur sehr langsam ging die Bildung der roma­nischen Nationen und ihre Abgrenzung gegen die rein deutsch bleibenden Stämme diesseits der Alpen und Vvgesen vor sich. Im Jahre 842 war es das erstemal, daß sich beim Abschluß eines Vertrages zwischen Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen Deutsche und Franzosen als anders­sprachige Völker gegenübertraten. Lange noch wurde die langsam sich erhebende Scheidewand der Sprache durch das Volapük jener Zeit, das Lateinische, dessen sich die Gelehrten und Staatsmänner auch dann noch bedienten, als sie nicht