wer hat Recht?
cm ersteil der beiden nachfolgende» Artikel haben wir die Aufnahme nicht versagen wollen, obgleich er mit dem, was sonst nnn schon seit längerer Zeit durch die Grenzbvtenanfsätze über die soziale Frage als Grnndton klingt, nicht übereinstimmt. Wir erlauben uns aber, nnter Nummer 2 eine Kritik danebenzn- stellen, mit dem Wunsche, daß dadurch solche Leser, die bisher noch immer an dieser wichtigen Frage gleichartig vorübergegangen sind, veranlaßt werden mochten, Stellung dazu zu nehmen.
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Die geschichtlichen Anfänge der sozialdemokratischen Partei
Am 1. Juni hat der sozialdemokratische Abgeordnete von Bvllmar in München in einer Versammlung der dortigen svzialdemvkratischen Partei eine Nede gehalten, die in der Partei nnd außerhalb großes Anfsehen erregt hat. Sie handelt über das Thema: „Die Entwicklung der Svzialdemvkratie nnter dem neuen Kurs" und führt den Satz durch, daß die politische Thätigkeit der Sozinldemokratie heute eine audre seiu müsse, als unter der Herrschaft des Svzialisteugcsetzes. Das sei ein Ergebnis des veränderten Kurses der Negierung, die mit Unrecht behaupte, daß der Kurs der alte geblieben sei.
Nun ist es gar keine Frage, daß Vollmars Rede von den andern sozial- demokratischen Reden, die man sonst überall im Reiche und besonders in der Hauptstadt zum besten giebt, in ihrem Tone sehr abweicht. Vollmar will z. B. anerkennen, daß die sozialdemokratische Forderung ans internationale Regelung des Arbeitsschutzes einen Ansatz von Verwirklichung in der internationalen Arbcitcrschntzkonfcrenz in Berlin gefunden habe. Sei diese ziemlich ergebnislos verlaufen, so sei nur das Kapital daran schnld. Anch könne man heute einen legalen Einfluß auf den Gang der öffentlichen Angelegenheiten nehmen. Daß das früher auch nur von dem guten Willen der sozialdeuiv- kratischen Abgeordneten nnd von ein wenig Verstand nnd Mäßigung der Partei abgehangen hat, davon schweigt natürlich der Redner. Man merkt es aber seiner Nede an, daß er diese für alles wirksame politische Handeln notwendige Eigenschaft in dem frühern Verhalten der Svzialdemvkratie einigermaßen ver-