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Niels Lyhne : Roman : aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann : (Schluß) : vierzehntes Kapitel.
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Niels Lyhne.

unser Gehirn hat ihn sich zu ost da oben vorgestellt, es ist mit ihm ein­gesungen, als wir ganz klein waren.

Niels nickte. Hjerrild beugte sich über ihn, um zu hören, ob er etwas sagen wolle.

Sie meinen es gut, flüsterte Niels, aber und er schüttelte energisch den Kopf.

Es blieb lange still drinnen; nur das ewige Höh, höh des Bauerburschen zerhackte die Zeit langsam in Stücke.

Hjerrild erhob sich: Lebe wohl, Lyhne, sagte er, es ist doch ein schöner Tod, für das arme Vaterland sterben zu können.

Ja, antwortete Niels, aber eigentlich war unser Traum von dem, was wir ausrichten wollten, damals, vor langen, langen Jahren, ein ganz andrer.

Hjerrild ging. Als er in sein Zimmer kam, stand er lange am Fenster und sah zu den Sternen auf. Wenn ich Gott wäre, murmelte er und fügte in Gedanken hinzu: dann würde ich weit lieber den selig machen, der nicht in seiner letzten Stunde noch umkehrt.

Niels' Schmerzen wurden heftiger und heftiger, es hämmerte unbarmherzig in der Brust, ohne aufzuhören. Es wäre so schön gewesen, wenn er nun einen Gott gehabt hätte, zu dem er hätte klagen, zu dem er hätte beten können.

Gegen Morgen sing er an, zu phantasiren; die Entzündung war in vollem Gange.

Und so ging es noch zwei Tage und zwei Nächte weiter. Das letzte mal, als Hjerrild Niels Lyhne sah, lag er da und phantasirte von seiner Rüstung, und daß er stehend sterben wolle.

Und endlich starb er denn den Tod, den schweren Tod.

Kleinere Mitteilungen. ^

Prozeß kosten. Die Auslassungen, welche das letzte Heft der Grenzboten über diesen Gegenstand gebracht hat, sind durch ein Mißverständnis ohne jede redaktionelle Bemerkung abgedruckt worden, wodurch der Anschein erweckt werden konnte, die Grenzbotcn hätten den Standpunkt, den sie seit längerer Zeit einge­nommen haben, verlassen oder hielten ihn für kontrovers. Es sei deshalb nach­träglich zunächst ausdrücklich bemerkt, daß dies nicht der Fall ist, daß die Grenzboten vielmehr an den Anschauungen durchaus festhalten, die auch in demNotschrei" in Heft 30 zum Ausdruck gelangen. Auf den Gegenstand wird später noch weiter eingegangen werden.

Für die Redaktion verantwortlich: Dr. G. Wustmann in Leipzig (in Vertretung). Verlag von Fr. Wilh. Grunow in Leipzig. Druck von Carl Marquart in Leipzig.