Litteratur.
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nicht nur Soldaten gedrillt, sondern mit dem größten Ernst und unermüdlichem Fleiße sich bemüht hat, Kultur uud Wohlstand Preußens zu heben. Daß er darin nur dem Beispiele der meisten seiner Vorfahren folgte, ist, wie es scheint, dein ehrenwerten Blatte entgangen, denn es nennt ihn schlechthin „den ersten Volkswirt auf dem Throne der Hvhcnzollern." Diese Begeisterung rührt daher, daß der König sich gegen Mißbrauche des Zunftwesens ausgesprochen und den Satz aufgestellt hat: „Wer gut arbeitet, wird verdienen, nnd wer schlechte Arbeit macht, wird nichts verdienen." Daß die Kritik von Mißbränchen in einer Zeit der allgemeinen Verarmung, des Verfalls der Gewerbe und der ohnmächtigen Bcmühnngen derselben, durch starre Abschließung sich zu retten, nun gegen das Zunftwesen überhaupt ausgespielt wird, kann nicht überraschen. Doch fällt zweierlei auf. Der Irrtum in den angezogenen Worten des Königs wurde vor und uach ihm Vou edeln und großen Geistern geteilt, jetzt erkennt man ihn, denn jedermann hat erfahren und erfährt, daß da, wo keinerlei Organisation dem Verfertigcr und dem Abnehmer Schutz gewährt, nicht derjenige, welcher das Beste, sondern derjenige, welcher das Meiste fürs Geld, das Wohlfeilste, wenn anch noch so schlecht, liefert, am meisten verdient. Und daß davon gerade das „Berliner Tageblatt" noch nichts bemerkt zn haben scheint, ist sehr merkwürdig. Zweitens: sollte dem Verfasser des Lobpsalms ans den „Soldatenkönig" dabei gnr nicht der Gedanke gekommen sein, was wohl geschehen würde, wenn dieser mit dem bekannten Rvhrstock einmal wieder durch die Straßen Berlins wcmderu uud vou dem Treiben einer gewissen Tageslittcratnr Kenntnis nehmen könnte? Wenn er z. B. sähe, wie sein Name gemißbraucht wird, oder wie Männer, gleich hochachtbar als Charaktere wie als Gelehrte und Lehrer, begeifert, dem Pöbel denunzirt werden, weil sie nicht nach dem Herzen eines Herrn Pvrkeles oder dergl. sind? Uud Wenn der „erste Volkswirt ans dem Throne der Hohcnzollern" in seiner etwas entschiedeneu uud wenig umständlichen Weise Ordnung machen wollte? Gesänge würde man auch dann wohl vernehmen, aber schwerlich Jubellieder.
Litteratur.
Das europäische Völkerrecht der Gegenwart. Von A. W. Hefftcr. Achte Ausgabe, bearbeitet von Dr. F. H. Gefskeu. Berlin, W. Mullcr, 1888.
Seitdem Hugo Grotius durch sein unsterbliches Buch vom Rechte des Krieges nnd des Friedens vas Völkerrecht zu einer selbständigen Wissenschaft erhoben hat, ist eine sehr reiche Litteratur darüber entstanden, in der sich vorzüglich zwei Richtungen unterscheiden lassen, die naturrechtliche, die vou der Thatsache oder Annahme eines der menschlichen Natur eingepflanzten Vernunftgesctzes ausgeht, welcher sich kein Staat entziehen könne, und der Hobbes, Pufendorf, Thomasius und der Franzose Bvnald angehören, und die der Positivisten, die nur ein dnrch Herkommen oder Verträge gegebnes internationales Recht anerkennen nnd das Naturrecht entweder gar nicht anerkennen oder nur als Aushilfe für Fälle betrachten, wo Schlüsse aus dem Historisch-Praktischen Rechte nicht ausreichen. Der letztem Richtung folgen Vattel, Bynkcrshoek, Klübcr, Mariens, Pölitz, Zacharici und der Amerikaner