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Kleinere Mitteilungen.
einem Wunder entgegen, dann ward es einen Augenblick klar und still, und in dieser Klarheit trat er vom Fenster und warf sich über einen Tisch, der dort stand, und brach in Schluchzen aus, ohne jedoch eine einzige Thräne hervorzubringen.
Als er wieder in das Krankenzimmer kam, hatte das Kind Krämpfe. Er sah es an, als wollte er sich damit töten. Es war entsetzlich, und doch war es noch nicht das Schlimmste. Als der Krampf nachließ nnd der Körper wieder weich und biegsam wurde, und sich dem Glücke, weniger Schmerzen zu empfinden, hingab, da die Angst zu sehen, die der Blick des Kindes annahm, als es in der Ferne bemerkte, daß der Krampf wieder kam, dies steigende Flehen um Hilfe, je näher die Pein kam, nein, das ansehen zn müssen und nicht helfen zu können, nicht mit dem eignen Herzblute, nicht mit allem, was er besaß, was er hatte — er erhob seine geballten Hände drohend gen Himmel, er griff in dem wahnsinnigen Gedanken an eine Flucht nach dem Kinde, und dann warf er sich auf die Erde, auf seine Kniee und betete zu dem Gott da droben im Himmel, der das Erdreich durch Prüfungen und Züchtigungen in Angst erhält, der Not und Krankheit, Leiden und Tod sendet, der da will, daß sich alle Kniee zitternd vor ihm beuge» sollen, und vor dem kein Entfliehen möglich ist, weder ans äußerste Meer noch in die tiefsten Tiefen hinab, der, wenn es ihm gefällt, den, welchen dn am heißesten auf der ganzen Welt liebst, mit Füßeu treten und ihn zu dem Staube zermalmen wird, woraus er selber ihn geschaffen hat.
Mit solche» Gedanken betete Niels Lyhne zu Gott, warf sich in seiner Ohnmacht vor dem Himmelslhrone nieder und bekannte, daß die Macht sein sei, sein alleiniges Eigentum.
Aber das Kind litt nach wie vor. Gegen Morgen, als der alte Sanitätsrat, der Hausarzt, durch das Hofthor fuhr, war Niels Lyhne allein.
(Schluß folgt.)
Kleinere Mitteilungen.
Prozeßkostcn. Anknüpfend an einen Fall, wo ein einfacher Prozeß, der lediglich die Rückzahlung von 20 Mark betraf, zu seiner Erledigung nahezu ein Dutzend Termine und anderthalb Jahre Zeit gebraucht und 25 Mark Änwaltsgebühren gekostet haben soll, urteilt der Verfasser eines in Nr. 30 der Grenzbotcn enthaltenen Aufsatzes „Ein Notschrei" über den amtsgerichtlichen Zivilprozeß in einer Art und Weise, die einer Berichtigung bedarf, um dieses Institut bei den nicht-