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Niels Lyhne : Roman : aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann :
(Fortsetzung.)
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Niels Lyhne.

Roman von I. j). Jacobsen. Aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann.

(Fortsetzung.)

s wollte Niels scheinen, als sei das Dasein so unendlich klar und einfach geworden, das Leben so leicht zu leben, und das Gluck so nahe und so mühelos zu gewinnen, wie die Luft, die er mit einem Atemzuge einsog.

Er liebte sie, die junge Frau, die er gewonnen hatte, liebte sie mit all der Feinheit der Gedanken und des Herzens, mit der ganzen, großen, zärtlich tiefen Fürsorglichkeit, die einem Manne innewohnt, der der Liebe Hang zum Sinken kennt und an der Liebe Fähigkeit zu steige» glaubt. Er ging so behutsam um mit dieser jungen Seele, die sich in namenlosem Vertrauen zu ihm hinneigte, die sich an ihn schmiegte mit derselben zärtlichen Zuversicht, mit derselben festen Überzeugung, daß er nichts wolle, als was gut und edel sei, wie es jenes Lamm im Gleichnis zu seinem Hirten hatte, das aus dessen Hand und aus dessen Becher trank. Er wagte es nicht, ihr ihren Gott zu nehmen, alle jene Scharen von weißen Engeln zu vertreiben, die den Tag über singend durch den Himmel schweben und gegen Abend zur Erde herabsteigcn und von Lager zu Lager schreiten, treue Wacht haltend und das Dunkel der Nacht mit einem unsichtbaren Lichte erfüllend.

Er wollte so ungern, daß seine schwerfälligeren, bilderlosen Lebensan­schauungen sich zwischen sie und das milde Blauen des Himmels drängten und ihr dadurch ein Gefühl der Unsicherheit und des Verlassenseins gäben. Aber sie wollte es anders haben, sie wollte alles mit ihm teilen; es sollte keinen Platz im Himmel noch auf Erden geben, wo sich ihre Wege trennten, und alles, was er sagte, um sie zurückzuhalten, verscheuchte sie, alles, wenn auch nicht mit den Worten des moabitischen Weibes, so doch mit demselben unbiegsamen Gedanken,