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Die Entfernungen in der Geschichte.
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Die Schulvereine.

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großartig und mit der Geschichte der Menschheit eng verflochten ist, und da der Verfasser durch klare, geistreiche und eigenartige Darstellung fesselt. Die in jeder der Perioden dieser Entwickelungsgeschichte wiederkehrenden Erörterungen über Wege und Ziele des Handels, Mittel und Methoden des Verkehres berühren eine Fülle der verschiedenartigsten Probleme. Wir finden hier Bernstein und Zinn, welche die Phöniker nach Norden lockten, dort das Gold Australiens oder die Diamanten Südafrikas behandelt. Der Elephant und das Kamel, das Dampfboot nnd der Telegraph werden als Werkzeuge des Reifens und des Warenverkehres gewürdigt. Bei den ersten noch kurzen Straßen des Verkehres zwischen den großen Mittelpunkten semitischer und hamitischer Knltur in Westasien und im Nillaude beginnen wir den Überblick, der mit dem Panamakanal und der sibirischen Eisenbahn in die Zukunft hinein abschließt. Wir sehen endlich, um mit dem Schluß­worte des Verfassers zu reden,die durch weite Räume von einander getrennten Teile der Erdoberfläche und ihre gegenseitig beziehungslosen Bewohner zu einem zirkulirenden Vcrkehrsganzen werden." Das Buch entläßt uns mit dem Eindruck, daß die Beachtung der Entfernungsverhältnisse von größtem Werte für das Verständnis geschichtlicher und geographischer Erscheinung ist. Möge dieser Eindruck in Forschung und Lehre lebendig werden.

Die ^chulvereine.

er einstige Geschichtschreiber der letzten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts wird neben vielen andern in dieser Zeit neu auf- taucheudeu Erfcheinungen besonders einer nicht vergessen dürfen, die mit ihreu Folgen und Wirkungen eine hervorragende Rolle in unserm öffentlichen Leben spielt des sogenannten Nationalitäts­prinzips. Das Wort, zum erstenmale ausgesprochen von Napoleon III. und in der Einigung Italiens und Deutschlands, seines erbittertsten Gegners und Verau- lassers seines Sturzes, zum ersten male Fleisch geworden, ist freilich nur als Wort betrachtet eine Erfindung unsrer Zeit, sein Begriff war zn allen Zeiten vorhanden und in keiner so scharf empfunden wie in der Blütezeit des Hellenentums, wo das Stmnmcsbewußtsein der siegreichen Übcrwinder aller NichtHellenen in der ein­seitigsten Verachtung derBarbaren" gipfelte. Dessen ungeachtet dürfte es schwer sein, solche Erscheinungen, wie sie unser jetziges Stammesgefühl gezeitigt hat, in andern chauvinistischen Zeitläuften nachzuweisen. Dies gilt ganz insbesondre von dem Gedanken der sogenanntenSchulvereinc."