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Gefahren in der Geschichtswissenschaft.
durch Verbindung der Konservativen mit dem Zentrum oder durch Einigung derselben mit den Nationalliberalen und den Freikonservativen. Mit der Partei Windthorsts zu gehen ist selbstverständlich für die Negierung ein Ding der Unmöglichkeit, sie kann sich auf keine Mehrheit stützen, deren Bestand vom Belieben dieses unverbesserlichen Neichsfeindes abhängt, mit dem sie also fortwährend zu Paktiren hätte. Sie kann nur eine aus Nationalliberalen und Konservativen zusammengesetzte Mehrheit brauchen. Sie muß infolge dieser Lage der Dinge nicht nur sich selbst der Bekämpfung einer der drei nationalen Parteien enthalten, sondern auch bemüht sein, zu verhüten, daß diese sich unter einander befehden, und nach Möglichkeit dahin wirken, daß sie einig bleiben, ihren Besitzstand in den Wahlkreisen unter einander schonen und bei Stichwahlen für einander stimmen. Die Negierung ist nicht imstande, zwischen den Fraktionen, deren Unterstützung sie zu verfassungsmäßigem Regieren bedarf, eine Auswahl zu treffen. Das Zusammenhalten der nationalen Parteien ist für sie eine unbedingte Notwendigkeit. Ohne dieses bliebe ihr nur übrig, entweder in dauernder Minderheit zu operiren oder sich Herrn Windthorst und seiner Anhängerschaft auf gut Glück in die Arme zu werfen, Elementen, die aus dem Polentum, dem Welfenlager und den Reihen des Freisinns sich zusammengefunden haben. Diese Umstände bringen die Politik des Kanzlers in eine Art Zwangslage, auf welche die Fraktionen, die das Interesse des Staates über das der Parteien stellen, überall und dauernd Rücksicht nehmen sollten.
Gefahren in der Geschichtswissenschaft.
von I. von Pflugk-Harttung.
it Stolz darf der Deutsche auf die Ergebnisse seiner Geschichtschreibung blicken. Ihm gehören die größten historischen Genies der neuesten Zeit an, er schuf die Weltgeschichte und wurde Hauptvertreter der Spezialforschung, er eröffnete die systematische Durchforschung der Archive, wurde Wiedererwecker der Urkundenlehre, zuverlässigster und umsichtigster Textherausgeber, von ihm ging die Rechtswissenschaft aus und die Begründung der modernen historischen Kritik, die der ganzen Wissenschaft und vielen Anverwandten ihre Grundfarbe verlieh. Kurz, der Deutsche darf sich als vornehmster Träger der heutigen Geschichtskunde ansehen.