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Goethe als Lrzieher.
insbesondre ist die Eigenschaft der Handelsgesellschaften überaus bestritten, je nachdem der Sozietäts- oder der Korporationscharakter für bestimmend angesehen wird, indem keiner von beiden zu reiner Geltung kommt, vielmehr beide aus Zweckmäßigkeitsgründen mit einander vermengt sind.
(Schluß folgt.)
Goethe als Erzieher.
ch habe die Menschen sehr lieb, und das fühlt alt uud jung, suche immer die guten Seiten der Menschen zu erspähen und überlasse die schlimmen dem, der sie schuf und der es am besten versteht, die Ecken abzuschleifen. So gestand derselbe Goethe von sich, der schon zu Lebzeiten mit dem Vorwnrf des Egoisten belastet wurde, sodaß Riemer die abwehrende Bemerkung machen mußte: „Nun heißt der ein Egoist, der zuerst sich selbst zu etwas machte, um andern etwas zu sein; der sich zuerst selbst mannichfach ausbildete, um als Gebildeter auch für andre zu wirken." Indes ist kein Vorurteil gegeu Goethe hartnäckiger, als eben dieses tölpelhafte: sie lasse» den großen Dichter gelten, aber zugleich erklären sie ihn auch für den großen Egoisten, und merken dabei nicht, daß die eine Eigenschaft mit der andern in unvereinbarem Widerspruch steht. Wie kaun man ein großer Künstler, ein großer Dichter sein nnd der Liebe entbehren? Wer ist mehr für das Mitleid empfänglich, als der, hellsehende, objektive Dichter von Goethes Art, der sich unmittelbar in die Zustände und Stimmungen der verschiedensten Charaktere zu versetzen vermag? Wie kann soviel Weisheit sich in einem Menschen wie Goethe vereinigen mit Selbsncht? Er war denn auch nichts weniger als Egoist, und wenn irgend etwas davon auch den beschränktesten Verstand überzeugen kaun, so muß es der Nachweis sein, daß Goethe ein Kinderfreund der liebenswürdigsten, hingebendsten Art, ein Erzieher von seltener Begabung gewesen war. Neben seiner reichen Thätigkeit als Dichter und Forscher, als Beamter uud Staatsmann hat Goethe, der seine Zeit stets wohl zu verwerten wußte, noch immer Muße und Neigung gefunden, über Erziehung nicht bloß nachzudenken, sondern auch sich selbst praktisch als Erzieher zu bethätigen. Er war nichts weniger als ein aristokratischer Hagestolz, wie ihn ferner stehende Zeitgenossen beurteilten; er bewahrte sich bis ins höchste Alter das Interesse am Familienleben, ganz im Geiste seiner lebensfreudigen Weltanschauung; zu allen Zeiten seines Lebens griff er mit Rat und That fördernd,