Niels Lyhne.
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Roman von Z. p. Zacobsen. Aus dem Dänischen übersetzt von Mathilde Mann. (Fortsetzung.)
och immer konnte Niels seinen Zorn darüber nicht verwinden, daß sie sich der Gesellschaft, die sie so oft verspottet hatte, so unwürdig in die Arme geworfen hatte. Die Gesellschaft hatte sicher nur die Thür geöffnet und gewinkt, so war sie auch schon eingetreten. Aber war das ein Grund, daß er mit Steinen nach ihr warf? Hatte er nicht selber die magnetische Anziehungskraft der braven Spießbürgerlichkeit gefühlt? Aber dies letzte Beisammensein, wenn sich das so verhielt, wie er vermutete, wenn das ein leichtfertiger Abschied von dem alten Leben hatte sein sollen, der letzte wilde Streich, ehe sie sich zurückzog in das „Korrekteste des Korrekten"! War das möglich? Eine so grenzenlose Selbstverachtung, die ihn mit hineinzog in ihren Hohn, ihn wie alles andre, was sie mit einander gemein gehabt hatten an Erinnerung und Hoffnung, an Begeisterung und heiligen Ideen! Er errötete, er raste.
War er aber gerecht? Denn auf der andern Seite, was hatte sie weiter gethan, als ihm offen und ehrlich gesagt: das und das zieht mich nach der andern Seite, zieht mich mit aller Gewalt, aber ich erkenne dein Recht an, und zwar mehr, als du verlangst, und hier bin ich; kannst du mich nehmen, so nimm mich; wenn nicht, so muß ich dahin, wo die Macht am größten ist. Und wenn es sich nun einmal so verhielt, war sie da nicht in ihrem Rechte? Er hatte sie nicht genommen, es konnte ja bei der ganzen Entscheidung auf eine Kleinigkeit ankommen, auf den Schatten eines Gedankens, den Ton in einer Stimmung.