Russische Skizzen.
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Und drittens, um noch einmal auf die Hauptsache hier, das Andeutende der Kunst zu kommen: es handelt sich dabei um etwas Hochwichtiges, das jetzt in Gefahr ist vergessen zu werden, ich meine das unüberspringliche Grundgesetz alles Kunstwesens, daß dazu nicht bloß das Schaffen des Künstlers, sondern auch eine Mitarbeit des Genießenden gehört, die der Künstler mit iu Rechnung ziehen muß. Mir ist es, als ob das aus dem obigen Gedankengauge von selbst herausspringe, auch ohne tiefere Begründung, die weiter ausholen müßte. Daß aber uufre Kunst jetzt vielfach auf einer Linie den Fortschritt sucht, wo jenes Grundgesetz übersprungen werden soll (was genau besehen gar nicht möglich ist) und dem genießenden Anteilnehmer möglichst nichts aus sich hiuzu zu thuu bleibt, das ist vielen Einsichtigen schon fühlbar geworden am Theaterwesen, wo die sogenannte Ausstattung immer mehr eine Gestalt annimmt, daß der Theaterbesucher seine Phantasie und sein eigentliches Kuust-Jch zu Hause lassen könnte. Die äußern Sinne werden übersättigt und damit abgestumpft, und die Abstumpfung ergreift von selber zn leicht auch den innern Sinn, den eigentlichen Kunstsinn, der nun auch träge wird und sich schlafen legen kann. Daß es aber an dieser Klippe für das wahre Kunstwesen auch in andern Kuustgebieten nicht fehlt, wäre nicht schwer nachzuweisen. Das ist aber Übercnltur, sieht aus wie Verfall, und wie das Ganze dann weiter verläuft, kann man aus der allgemeinen Kunst- und Culturgeschichte wissen. Vielleicht hilft uns auch darin die zunehmende Neigung für die ältere Zeit und ihr Verständnis wieder auf den Weg der Gesundheit zu kommen, die sich der Einzelne schon dort holen kann, wie der Städter in der Sommerfrische, warum nicht die Zeit überhaupt?
Russische Skizzen.
von Gtto Raemmel. (Fortsetzung.)
enn der berühmte Volkswirtschaftslehrer Georg Hcinsseu in Göt- tingeu seinen Zuhörern die Wirtschaft eines Bauern aä ooulos demonstriren wollte, dann pflegte er in ihrer Gegenwart den Besitzer des Hofes etwa nach der Zahl seiner Pflüge zu fragen, und sagte danu dem überraschten auf den Kopf zu, wie groß seine Feldflur sei, wie vieler Knechte und Zugtiere er bedürfe u. s. f. Ahnliche Schlüsse kann man auch hier ziehen. Den ganzen Viehstand bilden, Grenzbotcn II. 1887. 76