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Die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Rechtseinheit.
Alsv: Unsre theologischen Fakultäten müssen bleiben wie sie sind und was sie sind, Anstalten zur Pflege der theologischen Wissenschaft, zu welchen der Staat Männer zu berufen hat, denen die Erforschung der Wahrheit, nicht die von den Synoden geforderte praktisch-kirchliche Methode oberstes Gesetz ist. Sollte diese als die beste Erziehung auch für unsre evangelischen Geistlichen anzusehen sein, so thut man am Besten, die theologischen Fakultäten aufzuheben. Dann aber sind wir vor der Pforte des Katholizismus angelangt.
Die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Rechtseinheit.
von Karl Bruns. (Schluß.)
ber nur sehr langsam rückte das Werk vorwärts, wozu allerdings die Wirren des siebenjährigen Krieges mit beitrugen. Im Jahre 1780. zu einer Zeit, als Friedrich der Große Veranlassung zn haben glaubte, mit der Rechtspflege durch die gelehrten Juristen besonders unzufrieden zu seiu, beging er eine Handlung der Kabinetsjustiz, d. h. einen bedauerlichen und später von ihm selbst bedauerten Eingriff in die Rechtspflege. In einem Prozeß nämlich, welchen das Kammergericht nach Pflicht und Gewissen zu Gunsten eines Edelmannes und zu Un- gunsten eines Wassermüllers Arnold auf einem Dorfe bei Züllichau entschieden hatte, hob er dieses Urteil auf falsche Angaben des Arnold hin aus, cutschied den Streit zu Gunsten desselben anders und ließ sogar die Nichter, denen er vorwarf, durch Fällung eines ungerechten Urteils „im Namen des Königs" diesen seinen Namen „erüel gemißbraucht" zu haben, auf mehrere Wochen gefangen setzen: derselbe König, der den Windmüller mit seiner klappernden Mühle bei Sanssvuci unbehelligt ließ, als dieser, auf sein gutes Recht pochend, ihm die bekannten Worte zurief: „Wenn es nur kein Kammergericht gäbe." In beiden Fällen war die Grundlage seines Handelns das Bestreben, den gemeinen Mann gegen die Übermacht des Hochgestellten in Schutz zu nehmen. Der Sprnch des Königs in der Arnoldschen Sache erfolgte am 1. Januar 178V. Am 14. April 1730 erließ Friedrich der Große an den Großkanzler von Carmer