Beitrag 
Noch einmal die Unzulänglichkeit des theologischen Studiums.
Seite
241
Einzelbild herunterladen
 

^och einmal die Unzulänglichkeit des theologischen

Studiums.

or einiger Zeit ist eine Brvschüre erschienen, die die Frage stellte, ob das theologische Studium, wie es heutzutage bei der evange­lischen Fakultät auf unsern Universitäten betrieben wird, seinen Zweck erfülle, und die diese Frage nicht bejahte. Die Schrift ^ .wurde schon einmal in den Grenzboten in der ersten Nummer ^ Jahrganges kurz besprochen. Da sie aber gerechtes Aufsehen erregt hat uns. ^ es sich handelt, viel wichtiger für die geistige Kultur

. ^ Volkes js^ vjxllm scheinen mag, so lassen wir hier noch eine ein-

U yendere Besprechung dieser Sache folgen. '

Die erwähnte Schrift sieht ein Mißverhältnis zwischen dem theologischen tudium der Gegenwart und der Aufgabe desselben, und sie sucht Mittel, die ^ , Mißverhältnis abhelfen sollen. Die Mittel, zu denen man auf vielen t,-.^ ^ greifen wolle, würden, meint der Verfasser, der evangelischen Christen- und "'^ ^ 5' n^n den Charakter der Kirche als Anstalt

sat' rechtliche Ordnung betone und sich etwa nach einer bischöflichen Orgaui- 'vn sehne, oder, wenn man den Einfluß des Staates und der profanen Mnschaften auf die kirchlichen Institute zu beseitigen suche, weun man eine d° '"^^ Summe ewig giltiger Dogmen aufstelle, wenn man direkte Mitwirkung Bo s s ^ ^ Besetzung der akademischeil Lehrstühle fordere :c. Alle diese fäb würden, meint der Verfasser, für die evangelische Kirche zu den ge-

dies Umwälzungen führen. Und darin hat er vollständig Recht. Alle

katk , würden uns, wenn sie überhaupt durchführbar wären, eine zweite

Mische Kirche schaffen. Der Staat aber, der gerade genug an der einen

^renzbvten II. 1887. 31