Die Kriegsbefürchtungen
und die K.evue 6es 6eux mon6es.
eutschland will den Frieden, Frankreich die Revanche. Niemals hat es sich in die Verluste von Gebiet und Einfluß ergeben, die seiner Niederlage gefolgt sind. Seine wachsenden innern Schwierigkeiten können den Krieg beschleunigen, statt ihn unwahrscheinlich zu machen. Schon hat sich ein Soldat zum einzigen populären Manne der Nation erhoben; dies plötzliche Glück hat keinen Grund, wenn es nicht die Wiederkehr des kriegerischen Eifers bezeugt; es würde keine Dauer haben, wenn der Führer, der den Nationalstolz durch seine Worte geweckt hat, ihn nicht durch Thaten befriedigte. Der Kampf kann in zehn Jahren oder in zehn Tagen ausbrechen. So hat Deutschland gesprochen.
Mit diesen Worten beginnt ein „Die Besorgnisse des Tages" über- schriebener Aufsatz in der Rsvus Ü68 äsux inonäss vom 15. Februar d. I. Es ist kaum nötig, den deutschen Leser daran zu erinnern, daß die obigen Sätze in diesem Zusammenhange nie und nirgends gesprochen worden sind, daß sie aber im wesentlichen — nur mit einem Einschiebsel in Betreff Boulangers — den Sinn der vom Fürsten Bismarck in seiner großen Rcichstagsrede am 11. Januar d. I. ausgesprochenen Ansicht über das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich und insbesondre über die uns durch die Nevanchesucht der Franzosen drohende Kriegsgefahr wiedergeben.
Und welches ist der Zweck der an dies erdichtete Zitat geknüpften Gedanken? Man höre und staune: den Beweis zu liefern, daß Frankreich seit 1871 nie daran gedacht habe, Krieg mit Deutschland anzufangen, daß auch jetzt jede Regierung, die eine solche Absicht kundgebe, vor dem Unwillen des Volkes fallen Grenzbotm II. 1887. 1