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Das Bündnis zwischen Preußen und Italien im Jahr 1866.
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Einzug gehalten hätten; aber ganz anders war es im übrigen Italien; nirgends wollte man von Festen und Freudenkundgebungen etwas wissen, Alles fühlte sich gedrückt, gedemüthigt. Anstatt daß Italien mit gehobener Stimmung, mit dem stolzen Bewußtsein, seine Unabhängigkeit und Einheit vollends erkämpft zu haben, aus dem Kriege hervorging, der ihm eine neue Provinz zufügte, war die Folge vielmehr die Verdoppelung des zuvor schon herrschenden Mißvergnügens, eine Fluth von Anklagen und Vorwürfen, die Fortdauer des Parteihaders. Wie wenig es gelang, die revolutionären Lei­denschaften zu beschwichtigen, zeigte bald darauf der neue Nömerzug Gari- baldi's, und das Ende desselben sollte schmerzliche Gewißheit darüber bringen, wie Italien noch immer zu Frankreich steht. Denn dies war noch die schlimmste Folge jener Politik, welche die Vortheile der preußischen und der französischen Freundschaft gleichzeitig genießen wollte: anstatt daß man muthig die Gelegenheit ergriffen hätte, an der Hand eines uneigennützigen Verbünde­ten sich von der Vormundschaft Frankreichs zu befreien, lastet diese heute wieder fast so schwer als zuvor auf dem Lande. Die Enthüllungen aber, welche jetzt von allen Seiten zu Tag treten, haben, so peinlich sie für Die­jenigen sind, welche den Italienern ausrichtig wohlwollen, doch wenigstens das Verdienst, daß sie das Dunkel wegziehen von jenen Tagen, in welchen große Hoffnungen doch nur unvollständig erfüllt worden sind. Schließlich kann ihre Wirkung nur eine heilsame sein. und schon jetzt ist die öffentliche Meinung in Italien zum weit größten Theil einig sowohl in der gerechten Werthschätzung der preußischen Allianz, als in dem Urtheil über die Staats­männer, welche ihrer Aufgabe doch nur halb, und über die Generale, welche ihrer Aufgabe gar nicht gewachsen waren.

W. L.

Die Chimäre einer polnischen Abstimmung.

In Rapperswyl haben sich deutsche Demokraten und Söhne Lechs neu­lich dahin geeinigt, daß in den preußisch-polnischen Grenzstrichen beim Wieder­erstehen der königlichen Republik Polen die Wahl der Nationalität durch Ab­stimmung entschieden werden soll. Zwar und leider ist der Vorschlag deutscherseits nur von Gottfried Kinkel ausgegangen, der wohl aus den Rang eines deutschen Dichters und Patrioten Anspruch machen kann, der ihn aber schwerlich selbst auch auf den eines guten Politikers erheben wird, und die ganze Sache ist nichts mehr als eine Uebung am Phantom; aber