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Die pariser Budgetdebatten.
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zu zweifeln, daß auch die Mittel zur Führung eines Interventionskriege« be- willigt werden, wenn Napoleon sie verlangt. Mag sein System immerhin diskreditirt und unpopulärer geworden sein, des Kaisers Person ist immer noch populärer und einflußreicher, als die irgend eines seiner Gegner.

Literatur.

Jahrbücher für Kunstwissenschaft, herausgeg. v. Dr. A. v. Zahn. I. Jahrg. Heft 1. Leipzig, E. A. Seemann 1868.

Das gute Prognostikon, welches wir der von Dr. C. v. Lützow redigirten »Zeitschrift für bildende Kunst mit dem Beiblatte der Kunstchronik" bei seinem Er­scheinen vor fast drei Jahren stellten, erhält wie durch seine eigenen bisherigen Schicksale, so noch besonders in der Gründung der obigenJahrbücher" (im gleichen Verlag) Bestätigung. Es ist immer erwünscht, wenn derartige Unternehmungen ganz praktische Beweggründe für sich anzuführen haben; hier liegt ein solcher, soviel unS bekannt, mit in der Thatsache, daß der Stoff, welcher der Zeitschrift zuwuchs, auf die Dauer eine Scheidung nach Maßgabe des Publikums nöthig mackte. Während die Zeitschrift ihren bisherigen exoterischen literarischcn Charakter beibehält, werden die mehr esoterischen Untersuchungen und Forschungsberichte:c., bei denen ein Haupt interesse in der Methode liegt, in besonderer Form gegeben. Die Nöthigung. die­selben entweder abzutrennen oder ganz auf sie zu verzichten, traf nun mit dem langgehegten Plane des ebenso eifrigen wie kundigen Herausgebers der neuen Jahr­bücher zusammen, ein Organ für Kunstwissenschaft zu gründen, wie deren bereit? mehrere in Deutschland bestanden, aber selten Dauer gehabt haben. Wie zeitgemäß aber das Unternehmen jetzt ist. lehrt ein Blick auf unsere kunstwissenschaftliche Litera« tur, die in einer Weise wächst, welche den Wunsch nahe legt, daß die zahlreichen Vorbereitungsarbeiten, Nachträge und Controversen, Bibliographie sowie alles waS zum gegenseitigen Austausch bei wissenschaftlichem Forschen gehört, an Einem Orte vereint werden möchten. In diesem Sinne kündigt sich das erste und vorliegende Heft an, das sich besonders durch treffliche Mittheilungen des Herausgebers aus Dürerhandschriften im brit. Museum auszeichnet, welche als Ergänzung zur Dürer- Kunde überhaupt und speciell zu desselben Verfassers akademischer Jnaugural-Schrift überDürers Kunstlehre und sein Verhältniß zur Renaissance" (Leipzig R. Weigel 1866) werthvoll und interessant sind. Guter Anfang und eine Reihe der beste» Namen in der Mitarbeiterliste bürgt für den Fortgang, für den wir beste Zuversicht und Wünsche aussprechen.

Aufruf zur Theilnahme und Unterstützung für die deutsche Nordpol- Erpedition.

Seit Hunderten von Jahren hat die Geographie und Erforschung der Polarregionen unserer Erde bei allen gebildeten Völkern große« Interesse ge« funden und dieses Interesse ist seit drei Jahren in den seemännischen und wissenschaftlichen Kreisen Englands, Frankreichs. Schwedens. Amerikas und Deutschlands neu erwacht.