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der Parteien zusammen. Also gegenwärtig z. B. die radicale Republik und das legitimistische Welfenthum. Die Fortschrittspartei gehört selbst nicht zu diesen extremsten Extremen. Sie hat aber den letzteren gezeigt, wie man gegen gemäßigtere Schattirungen derselben Seite ficht; und dieselbe Kampfweise, die sie seit 1867 gegen uns anwendet, wird seit 1868 gegen sie selbst angewandt von denjenigen, die noch tiefer unten sitzen am Bauche des Pferdes. Auch ihr ruft man jetzt zu, sie müsse „weiter gehn, immer weiter gehn", ohne zu bedenken, daß sie dadurch schließlich um das Pferd unten herum von der linken auf die rechte Seite rutschen würde. Denn ins Unendliche kann ja der endliche Mensch nicht gehn.
Ohne Zweifel sind diese Erscheinungen zum großen Theile nothwendige Folgen des für alle Betheiligten unangenehmen Uebergangszustandes, den man nicht mit Unrecht mit dem Marsche durch die Wüste verglichen hat. Aber was nützt es uns, die wir in das gelobte Land des deutschen Nationalstaats wollen, wenn wir unterwegs fortwährend verweilen und uns zanken? Alle die sich wieder zurücksehnen nach den Fleischtöpfen des Bundestags, oder die seitwärts abschwenken wollen zum Dienst des goldenen Kalbes „Föderativrepublik, die sich an die Schweiz anlehnt" (die Schweiz selbst will nur freilich von dieser Anlehnung nichts wissen), Alle sollten darüber einig sein, daß es Männern unziemlich ist, in einer großen Zeit als kleines Geschlecht sich mit unsauberen Ketzerrichtereien zu beschäftigen.
Vor Allem aber ist es Aufgabe der liberalen Partei, den Schaden, den sie dadurch erlitten, daß sie 1866 in ihrer Masse die Nothwendigkeit des Krieges verkannte, wieder gut zu machen, indem sie wahrhafte Realpolitik treibt, daß sie ihr jeweiliges Ziel bemißt nach dem jeweiligen Umfange ihrer Kräfte, und daß sie anstatt Unbegrenztes zu erträumen oder zu fordern, Positives erstrebt und erreicht.
Berlin, den 7. Juli 1868. vr. Karl Braun.
Wirthschaftliche Zustände Nordamerikas.
Die vielfach gehegte Hoffnung, daß der nordamerikanische Congreß noch in setner jetzigen Session die Lösung seiner handelspolitischen Aufgaben energisch in Angriff nehmen werde, ist auf das bescheidenste Maß herabgedrückt worden. Wo die Leidenschaft fast unbestritten herrscht, da kann die zur Erörterung volkswirthschaftlicher Fragen unentbehrliche nüchterne Stimmung nicht zu ihrem Rechte kommen. Nichtsdestoweniger wird es auch jetzt nicht ohne