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Der deutsche Krieg im Jahre 1866. 2. : Der Feldzug des Prinzen Friedrich Karl.
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Der deutsche Krieg im Jahre 1866.

2.

Der Feldzug des Prinzen Friedrich Karl.

Der Schluß des vorigen Aufsatzes hatte dargestellt, daß sowohl die öst­reichische als auch die preußische Macht in zwei ungleichen Theilen aufgestellt war. Benedek mit 186,000 Mann Infanterie, 16.800 Pferden und 644 Ge­schützen*) gegen Oberschlesien, ihm gegenüber der Kronprinz, die Hauptmacht 92,000 Mann Infanterie, 12,500 Pferde und 348 Geschütze bei Neisse, dazu das Corps Stolberg 7,800 Mann Infanterie, 1,800 Pferde und 6 Geschütze südlich Natibor unmittelbar an die Grenze bis Oderberg u. s. w. vorgeschoben. Andrerseits der General Graf Ciam-Gallas mit 55,000 Mann Infanterie, 6,400 Pferden, 164 Geschützen gegen Sachsen und Niederschlesien, ihm gegen­über zwischen Dresden und Görlitz der Prinz Friedrich Karl mit 106,000 Mann Infanterie, 15.000 Pferden und 426 Geschützen.

Wenn man diese Zahlen einfach vergleicht, so mußte nach dem Gesetz militärischer Gravitation nothwendig derjenige Theil den Gang des Krieges bestimmen, der seine Uebermacht zuerst ins Gewicht legte. Am leichtesten war dies für den Feldzeugmeistcr Benedek, der mit 186,000 Mann Infanterie gegen nur 100,000 Mann Infanterie des Kronprinzen in Schlesien eindringen und hoffen konnte, den letzteren zu schlagen, ehe Friedrich Karl, der fünfundzwanzig Meilen entfernt vom Kronprinzen stand, heran sein konnte. Benedek hatte mit seinem Corps nur zwölf Meilen bis Neisse zurückzulegen und davon acht noch innerhalb der östreichischen Staaten, also mehr oder minder verdeckt vor den Augen des Feindes. Ging Benedek mit voller Macht gegen Neisse vor, zog er dabei das Corps Clcun-Gallas, das zum Theil östlich von Prag und auch nur zwanzig Meilen von Neisse stand, rasch heran und ließ er gegen Prinz

*) Sechs östreichische Corps und vier Divisionen Ccwalerie: 168 östreichische Bataillone 186,00» Mann Infanterie, 28 Regimenter Cavalerie 1ö,8»0 Pferde und 544 Geschütze.

Grenzboten IV. 18KK. 31