»18
Neues Handbuch für Diplomaten.
I^v guiäv «liplomkrtique. ?i^eis cles «Zroits vt <Zes tonctivns äss ÄZents äipIomÄtiquv« et con^uInireA; 8uivi ü'un ^rait6 des irctos oMoek; Äivors qui sont clu iczssort clo la äiplomatie, Mi- lo L". LKarlvs üe Älartens. " (^inquiemv 6clitior>, Ki>tiöi'<>mvnt i-ekonclue par N. U. l^ekklcen, ministre- l'eMkiit clgz villc^ ansöirtjques pivs la, e«»r cle ?iU8K<z. 1'ome I. II. I^vip^lA,
K Li'0i:KKi>,us. 186«.
Da? bewahrte Handbu h des jüngcrn Mariens erscheint gänzlich umgearbeitet und um einen Theil vermehrt, denn der zweite Band ist in zwei Abtheilungen gefällt worden. Der mühevollen und dankenswcrthen Arbeit hat sich Herr Gefflen unterzogen, und daraus ist in der That ein neues Werk in der alten Form geschaffen. Nur bei zwei Capiteln dcs ersten Bandes war der alte Text in der Hauptsache zu bewahren, nur der Abschnitt das Ceremoniell ist wenig geändert und über die Functionen der Consuln. Die Aufgabe des neuen Bearbeiters war. nicht nur die Veränderungen, welche in Behandlung der diplomatischen Geschäfte und in den Rechtsanschauungen durch das moderne Leben geschaffen wurden, zu verarbeiten, auch die zur Jnstruclivn beigefügten diplomatischen Musterstücke durch neue Documente zu ersetzen oder zu ergänzen. Hier kam es auf Tact des neuen Verfassers an; bei der neuen Bearbeitung aber der einleitenden Abschnitte, über die Personen der Agenten, ihre Rechte und Prärogativen u. s. w.. auf eine Kenntniß deS Gesandtenverkehrs, welcher nicht durch Bücher, vorzugsweise durch eigne Erfahrung gewonnen wird. Wie gut Herr Geffken zu lehren und schreiben versteht, zeigt jeder Vergleich mit den frühern Ausgaben des Werkes.
Die Arbeit kam zu rechter Zeit. Grade jetzt hat die geschulte Diplomatie für Europa' eine unheimliche Bedeutung gewonnen, deren Berechtigung man in ruhigen Zeiten vergeblich abläugnete. Auch dem Laien wird es werthvoll, die Methode des diplomatischen Verkehrs und die Formen, in denen er sich bewegt, kennen zu lernen. — Nicht ohne guten Grund wird vom deutschen Publikum die Thätigkeit des Diplomaten mit Mißtrauen betrachtet. Sie ist ihrem ganzen Wesen nach nicht populär, und die deutsche Vielstaaterei hat bei uns die Caricaturen dieses Berufes zahlreich ' gemacht. unnöthiger Trödel und leere Repräsentation, die zum Theil mit veraltetem Hofbrauch zusammenhängen, fallen zuweilen als lächerlich auf. Und was die Hauptsache ist.