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Deutsche Studenten in alter Zeit : 2. Der Student des sechzehnten Jahrhunderts.
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gannen. Der Humanismus flüchtete vielfach vor den finstern, bittern, trocknen Schwarzröcken und ihrem Gezänk um neue Glaubensformcln von den hohen in die Mittelschulen, die dann länger als ein Jahrhundert seine eigentlichen Wohnstätten und Culturgärten waren. Trägt das erste Drittel des Jahrhunderts der Reformation auch im Leben der Studenten im Großen und Ganzen einen gewissen morgendlichen Charakter, so zeigen die beiden andern schon, daß es Abend werden will. Der Geist ist wieder im Entfliehen, von dem Gewaltigen, welches die neue Zeit herauftrieb, ist nur die Gewaltthätigkeit geblieben, der Wein im Becher ist Neige, das folgende Jahrhundert wird die Hefen und den Katzenjammer bringen.

Davon in einem ferneren Capitel. Vorher aber im nächsten noch einen Blick auf die fahrenden Studenten und auf das älteste Zecherrecht oder, studen­tisch zu reden, den ältesten Trinkcomment, die beide noch in das sechzehnte Jahrhundert gehören.

Die Politische Lage.

Es ist weit gekommen in den letzten Wochen. Ganz Deutschland erhebt sich in Waffen, die Leiden deö Krieges werden von der Bevölkerung empfun­den, bevor er begonnen hat. Und doch wird es schwer, zu glauben, daß wirklich ein Krieg zwischen Deutschen und Deutsche» bevorstehe. Preußen, Oestreich, Italien haben feierlich erklärt, daß sie nur zur Vertheidigung rüsten, sie haben sich dadurch wenigstens den Beginn des Kampfes erschwert.

Preußen und Oestreich haben allerdings ihre Nollen gewechselt. Preußen steht jetzt trotz der herausfordernden Nöten seines Ministerpräsidenten und der drohenden Einberufung der gcsammlen Landwehr auf der Defensive. Oestreich aber, das bis vor wenig Wochen widerwillig die Sprünge der preußischen Po­litik abwehrte, ist thatsächlich der angreifende Theil geworden, die KriegSlust ist.dort in maßgebenden Kreisen, wenn auch nicht im Ministerium des Aus­wärtigen, größer als i» Preußen, auch im Volke flackert ein Haß gegen den Nachbarstaat übermüthig und zcrsiörungsluslig auf, der Tscheche, der Magyar und der Wiener versprechen freiwillig der Negierung die wärmste Unterstützung, und die östreichische Presse schürt gewissenlos den Brand.

Wer jetzt mit Widerwillen dies wüste Kriegsgeschrei und die übermüthigen Ausfälle auf Preußen mustert, wird darin rohe Antwort auf lange, ungeschickte Angriffe der officiöscn Presse Preußens erkennen. Es war ein großer Uebel­stand, daß der preußische Ministerpräsident Stolz und Widerstandskraft des Verbündeten, den er in unglücklicher Stunde für Preußen geworben, viel zu niedrig geschätzt hat, und es gehörte zu den vielen Tactivsigkeiten seiner Presse.