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Die neuen Aussichten auf Bundesreform.
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Die neuen Aussichten aus Bundesresorm.

Eine Woche voll großer Ueberraschungen ist vergangen, die Kriegsfrage ist wenigstens für den Augenblick in den Hintergrund gedrängt durch einen neuen Erisapfel, welchen der preußische Ministerpräsident in das Land ge­worfen hat, durch die Forderung einer Reform an Haupt und Gliedern des deutschen Bundes.

Man läßt dem Grafen Bismarck wohl nicht Recht widerfahren, wenn man diese Forderung für einen plötzlichen Einfall hält, durch welchen er sich aus einer Lage herausheben wollte, die voll von Verlegenheiten ist, selbst auf die Ge­fahr, die mißlungenen Anläufe seiner Politik durch einen neuen zu Vermehren. Es ist vielmehr Grund anzunehmen, daß das Bundesrcformproject ein alter Lieblingsplan desselben ist. Wenigstens wurde im Jahre 1862 erzählt, daß H. v. Bismarck seinem König ein ähnliches Project vorgelegt habe, und zwar damals mit bestimmten Hintergedanken für die innern preußischen Verhältnisse. Mit dem preußischen Landtag sei nicht zu regieren, er müsse obsolet werden durch ein allgemeines deutsches Parlament unter preußischem Schutz; weit groß­artiger und würdiger sei die Haltung der Nationalversammlung in der Pauls­kirche gewesen. Diese Versammlung müsse man zusammenrufen und durch sie die Landtage der einzelnen Landschaften aufheben lassen, die daneben mit gleicher Competenz eine Ungeheuerlichkeit wären. Erweise sich dann das neue Parlament als unpraktisch und lebensunfähig, so sei man wenigstens das innere drückende Verhältniß los und habe freie Hand. Wie erzählt wurde, wies der König von Preußen dieses Project von der Hand, und reiste zur Zusammenkunft von Baden.

Es ist nicht unnütz, heut an die Gedanken zn erinnern, welche damals dem jetzigen Ministerpräsidenten zugetraut wurden. Wahrscheinlich hat er seitdem andere Ansichten über die Schwierigkeit erbalten. eine Landesverfassung zu abvliren; auch ist sein Interesse an der Nationalversammlung zuverlässig so aufrichtig, wie dem Erwachsenen die warme Empfindung für eine geschwun­dene Kinderliebe. Jenes Parlament ist ihm doch eine bedeutende Erinnerung. So viele hochgebildete Männer, so warmer Patriotismus, gewandtes und ritterliches Turnier der Reden, und im letzten Grunde doch den Macht­habern so wenig nacktheilig! Aber wir meinen, er würde bei einer neuen Nationalversammlung, selbst wenn sie unter seinen Auspicien zu Stande kommt, die besondere Erfahrung machen, daß die Deutschen seit dem Jahre 1848