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bekenntniß. Einige Worte des jungen russischen Monarchen, auf die man zu Stuttgart wie zu München einen so hohen Werth zu legen scheint, haben in unseren Augen gar keinen Werth. Dieselben Worte hat der Kaiser aller Orten hingesendet und sie passen ganz auf einen Regierungsantritt, der unter leidige» Anspielen, wie der seine, begonnen hat. Man tröste sich und baue dort Schlösser auf Worte, wo man in der That sich nicht eine recht deutliche Rechenschaft Von dem zu geben weiß, was man eigentlich will und wo man unbedingt mehr will als man kann. Die Zeit wird aber auch dort ihre Rechte nicht verlieren. Ich ersuche Ew... dem — diese Depesche zu lesen und ihm für das Vertrauen, von dem er mir stets Beweise liefert, in meinem Namen recht aufrichtig zu danken.
Empfangen Ew... :c. :c.
lGez.) Metternich.
Vermischte Literatur.
Briefe von Johann Peter Uz an einen Freund, aus den Jahren 1753 bis 1783. Herausgegeben von August Hennebergcr. Leipzig, F. A. Brockhaus. 1866. 145 S. 8.
An den Hofadvocaten Grötzner in Mciningcn gerichtet, sind diese Briefe ein nicht uninteressanter Beitrag zum Verständniß der Zeit vor der Periode Goethes und Schillers. Sind wir über die letztere durch zahlreiche Briefwechsel bis ins Kleinste Unterrichtet, so haben wir über jene noch verhältnismäßig viele ungelöste Fragen. Und ist der Anakreontikcr Uz jetzt eine halbvcrgessenc Größe, so gehörte er vor hundert Jahren zu den Koryphäen des Tages, und es konnte geschehen. daß sein Markgras, als er nach Rom kam, sogar vom Papste nach ihm gefragt wurde. Besonderes Interesse haben die Briefe für den Literarhistoriker; denn sie zeigen vielfach wie die Partien auf belletristischem Gebiet sich damals zu einander verhielten, und wie sie über Gegner und Gesinnungsgenossen urtheilten. Wunderlich klingt hier unter anderm die Stelle eines Briefs, in welcher Uz allen Ernstes Lrssing mit seinem Freunde Grötzner vergleicht, der sich ebenfalls mit Poesien beschäftigte. Auch wie die Anakreontik sich 'M täglichen Verkehr ausnahm, erfahren wir in jenem Briefe (S. 30). „O wie nöthig hatten Sie mich," schreibt Uz, „daß ich Sie wieder auf den rechten Weg brächte uud Ihnen vornehmlich das gottlos? Weintrinken abgewöhnte. wovor ich Sie so