Beitrag 
Vertreibung und Aufnahme der salzburger Protestanten im Jahre 1732.
Seite
1024
Einzelbild herunterladen
 

1024

zum Vorschein kommt. So hat liebevoller Sinn des Volkes dies Stück Er­innerung cm eine theure Herzensangelegenheit dem edelsten Sohne auf die Seele gelegt, und er hat es zurückgegeben als ein freies Kind der Kuust. Bessere Sühne vergangener Schmach kann kaum gedacht werden. Aber damit sie auch praktisch beherzigt werde, sei noch einmal jenes Baues in Salzburg gedacht, welcher ihr reales Denkmal sein müßte. M. I.

Nach dem Tode des König Leopold.

In dreifachem Sarge, mit Trauerfahnen und Todtenroß, mit dem ganzen düstern Pomp eines königlichen Begräbnisses ist der erste König der Belgier in der Grabkirche zu Lacken beigesetzt; die Liebe der Belgier zu ihm und dem Staat, den er geschaffen, hat in den letzten Wochen sich durch aufrichtigen Schmerz und mannhafte Haltung bethätigt.

Der König ist von dieser Erde geschieden als der Letzte von unseren scepter­tragenden Fürsten, deren Kindheit in die Blüthe napolconischer Herrschaft siel, denen wirklicher Kriegsdienst in den Befreiungskämpfen persönliche Geltung und große Anschauungen gab. Auch um sein Haupt hing etwas von dem Glänze jener Zeit. Daß er ein Kommando gehabt und Schlachtenarbcit mitgemacht, hob ihn, den Kriegsgefäh'.ten der mächtigsten Könige und Feldherrn, zu einer bevorzugten Stellung, welche sonst jüngeren Prinzen unsrer Fürstenhäuser nicht leicht zu Theil wird. So war es nicht Zufall oder guter Wille eines ver­wandten Regcntenhauscs, was ihn, den Schwiegersohn König Georgs, den englischen naturalisirtcn Prinzen, zum Thronccindidaten für das junge König­reich Griechenland machte. Sein ruhiger, aber dauerhafter Ehrgeiz' und seine unbehagliche Lage in England, wo Georg der Vierte ihn persönlich haßte, zeigten ihm die Aussicht auf den griechischen Thron sehr lockend, und die Realifirung dieses Wunsches wurde weniger durch seine Forderungen einer bessern Nordgrcnze für Griechenland, als durch die Intriguen seines Schwieger­vaters, Königs Georg vereitelt. Bis in die neueste Zeit aber blieb ihm ein warmes Interesse an dem fernen Lande, dessen Herrscher er einst hatte werden sollen. und noch bei dem letzten Dynastiewechsel Griechenlands war er es, welcher mit wahrem Herzenseifcr die Zukunft des Landes mit der seines Hauses zu verbinden suchte.