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„Nein!" entgegnete ich. Damit ging er und warf sich wieder auf seine Ochsenhaut.
Mit dem flammenden Morgenroth des andern Tages war das Kanoe befrachtet, das Gepäck mit den Palmenblättern zugedeckt und jedem sein Sitz bereitet. In rosenfarbenem Thau gebadet lagen die Mais- und Bananenfelder, und auf den duftenden Wald hauchte der Himmel glühende Küsse; die Strom- wellen blitzten diamantne Funken; „vios re clo! vios w äs!" rief durch das Morgenroth der Tuka (Federzüngler). Lange war dieser Augenblick ersehnt, und doch winkte nun die fesselnde Erde mit allen ihren verführerischen Reizen. Das Boot schwankte an dem Ledcrstrick, mit dem es der rothe Drache fest in der Hand hielt. Als ich hineinsprang, legte er mir die Frucht einer Palme in die Hand: „Nehmt, Weißer, Pflanzt sie an der andern Seite des großen Wassers in Eure Erde, und vergeht die Indios nicht!"
Seine Palme konnte ich im deutschen Norden freilich nicht pflanzen, aber vergessen habe ich den braunen Waldbarbarcn nicht.
Sämmtliche Leute standen am Ufer; der rothe Drache ließ den Strick fahren, alle Hüte wehten; ein lautes, langes: „Mios, ^äjos!" folgte uns nach, und an ununterbrochenen Tropenwäldcrn vorüber trieb auf schnellem Strom das Kanoe den Catatumbo hinab. F. Engel.
Vermischte Literatur.
Griechische Geschichte von Ernst Curtius. Zwei Bände. Zweiter unveränderter Abdruck. Berlin, Wcidmannschc Buchhandlung. 1865.
Indem wir uns vorbehalten, die bis jetzt unterlassene Anzeige dieses in mehr als einer Beziehung bedeutenden Werkes durch eine eingehende Würdigung desselben nachzuholen, geben wir vorläufig einige Notizen über den Charakter desselben, und zwar stellen wir, was uns daran mangelhast oder verfehlt erscheint, voran. Unsere Meinung über den ersten Band läßt sich in die Worte zusammenfassen: der Verfasser vermag nicht recht zwischen Thatsache, Combination und Hypothese zu unterscheiden. Er will uns ein Handbuch licfcrn, aber seine Behandlung der Urgeschichte der Griechen entspricht dem Zwecke eines solchen so wenig, als die Darstellung der römischen Urzeit bei Mommscn, und sie wirkt um so gefährlicher, als der Forscher hier einer ungleich besseren Ueberlieferung gegenübersteht, der Leser also weit leichter in Versuchung gcrüth, subjcctive Meinungen des Bearbeiters für Theile dieser Ueberlieferung zu halten. Die Anmerkungen helfen diesem Uebelstand nur ungenügend ab, während die Mommscnschcn durchgchends kleine Meisterstücke von inhaltsschwerer Kürze sind. Ucbcrhaupt aber läßt Curtius sich in dem ganzen Werke, wo Licb- lingsvorstellungcn von ihm in Betracht kommen, zu sehr gehen, wovon wir nur die Parteilichkeit als Beispiel anführen, mit der er den Einfluß des ionischen Stammes