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das Sabincrgebirge und speciell das Fclsennest Olevano ist die Pflegestätte der neuen historischen Landschaftskunst geworden, die sich immer wieder an jener Natur bereichert und erfrischt. Dorther sind denn auch wenn nicht die meisten, so doch die schönsten von Prellers Studien und Zeichnungen. Sie sowie alles, was er componirt und ausführt, sind recht geeignet, die leidige Alternative von Realismus und Idealismus aufzulösen, mit der so viel Unfug getrieben wird. Der rechte Künstler ist immer Idealist und Realist zugleich, und an der Art, wie die hier vorliegenden Sachen gemacht sind, kann man erkennen, daß Gewissenhaftigkeit und wahrer Sinn aller edlen Menschcnleistung erste Erfordernisse sind. Hier ist gelungen, was Dürer verlangt: Die Natur aus der Natur herauszureißen. — Die Blätter, so verschieden sie sind in der Weise der Behandlung und Ausführung, können nicht anders als im höchsten Grade lehrhaft wirken, und namentlich Künstlern müssen sie aufs angelegentlichste empfohlen werden. An ihnen kann man sehn, was es heißt, an der Natur lernen ohne ihr Sklave zu werden, und andrerseits, Landschaft zu bilden ohne der Natur weh zu thun. —
Am Catlttllmbo.
3.
Während der Urbarmachung des Landes und des Hausbaues war die An« fertigung der Kanoes durch Francisco und Encarnacion, die von Pilar Angekommenen, und den Knaben Estcebancito eifrig betrieben worden. Unweit der Schlucht, an der das Hafengebäude aufgeführt wurde, hatte sich ein dazu tauglicher Seibabaum gefunden; der weichhvlzige Stamm war bald durchschnitten, ihm die äußere Form gegeben, das Innere ausgehöhlt. Das fertige Kanoc maß 26 Fuß in der Länge und 4 Fuß in der Breite; mit 12—14 Zentnern Gewicht follte es seine erste Probefahrt nach Pilar antreten. Eine frohe Stunde wars, als dieses Fahrzeug, das größte und am schwersten ent-