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der Polemik vorgebracht, vielleicht nachher ausdrücklich widerlegt wurde, aber auf solche Rücksichten kam es auch weder den jüdischen noch den christlichen Erklärern im Alterthum besonders an. Jedoch sehen wir daneben einzeln auch wohl das Bestreben, dem Plan des Dichters gerecht zu werden und den Hiob selbst in einer richtigen Stelle gegenüber den andern aufzufassen. So findet sich bei Kirchenvätern z. B. die Auffassung der drei Freunde als Typen der Häretiker; aber grade aus solchen Urtheilen erkennt man, wie wenig in jenen Zeiten die Möglichkeit gegeben war, ein solches Werk unbefangen zu verstehen.
Im Ganzen ist das Buch für die Dogmatik des Judenthums und Christenthums, aus leicht begreiflichen Gründen, von sehr geringem Einfluß gewesen. Das wirkliche Verständniß beginnt erst wieder allmälig mit der Reformation.
Uebrigens war es den alten Kirchenvätern schwer genug gemacht, den Hiob zu verstehn. Die griechische Uebersetzung, deren sie sich allein bedienen konnten, ist zwar ein anerkennenswerthes Werk, dessen Versasser durch das Streben, Poesie durch Poesie wiederzugeben, einen selbständigen, frischen Sinn zeigt, aber freilich fehlte es dem etwa in der Mitte des zweiten Jahrhunderts vor Chr. arbeitenden Ucbersetzer zu sehr an dem richtigen Wortverständniß des schwierigen Textes, so daß er immer höchstens den ungefähren Sinn 'wiedergeben konnte. Dazu nahm er sich die Freiheit, unverständliche Stellen ganz wegzulassen. Diese wurden nun später aus wörtlichen Uebersetzungen ergänzt, und dazu kamen Zusätze und Corrnptivnen aller Art, s.o daß endlich ein ganz buntscheckiger und dem Original wenig entsprechender Text entstand. Besser hatte es freilich die abendländische Kirche, seit Hieronymus mit jüdischer Hilfe seine eigne Übersetzung angefertigt hatte. Aber woher hätte sie die Unbefangenheit und Klarheit bekommen sollen, das Verständniß des Gedichtes so weit zu gewinnen, wie es aus dieser tüchtigen, wenn auch durchaus nicht fehlerfreien, Arbeit möglich gewesen wäre?
Weihnachten in SchMvig-Holstein.
Weihnachten ist wieder einmal im Anzüge, altdeutschem Hcidenthum ein Fest der wieder dem Sommer sich zuwendenden Sonne und auf Erden umherwandernder guter Gottheiten, vor deren Nahen Friede zu halten geboten war — dem Christen eine geistige Sonnenwende, eine Erinnerung an das Herab-