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Am Catatumbo.
Fortsetzung der „Natur- und. Reisebilder aus Südamerika".
1.
Der erste Theil des Colonisationswerkes war abgeschlossen, der Catatumbo erreicht; mit welchen Beschwerden und Gefahren, davon gaben die Grenzboten in Nr. 19—23 ein Bild. Die folgenden Mittheilungen werden aber mehr von diesen Beschwerden und Gefahren zu berichten haben; denn der zweite Theil unsrer Expedition durch den Urwald war daran beträchtlich reicher.
Die Eremiten am Catatumbo brachten und bewilligten in der ersten freudigen Aufwallung über die Rückkehr ihres Familienhauptes, des rothen Drachen, und über den langentbehrten Anblick von ihresgleichen alles, was man zunächst wünschte und erbat. Ihre Bambushütten, beschattet von den Blattschirmen der Bananen, nahmen sämmtliches Gepäck und so viel Menschen auf, als sie zu fassen vermochten. Mit dem Abend unsrer Ankunft war eine wahre Festnacht für die Ansiedelet angebrochen, so lebensvoll und geräuschvoll, wie sie in diesem einsamen Erdwinkel wohl noch niemals laut geworden war. Allein diese freundliche Bereitwilligkeit erkaltete bald; denn zunächst wurde die Last so vieler bedürfniß- vollcr und begehrender Menschen bald größer, als das Wohlgefallen an ihrer Gesellschaft. Dazu gesellte sich eine gewisse Besvrgniß und Eifersucht, daß die zudringlichen Ankömmlinge sie von ihrem Besitze verdrängen, oder ihnen doch manche Bortheile und namentlich die unbegrenzte Freiheit ihres bisherigen Zustandes kürzen möchten. Bald wurden die Hilfsmittel verweigert, theils weil sie bereits aufgezehrt, theils weil sie uns aus Mißtrauen vorenthalten wurden. Die nächste Folge der neuen Beschwerden und Entbehrungen, die ein jeder nun Vor sich sah, bevor er noch festen Fuß. gesaßt, war, daß fast ein Dutzend Verzagter sich seiner Versprechungen entband und davonging — ein Abfall, der die Kolonisation grade im Anfange, wo sie am meisten Kraftaufwand bedürfte, am fühlbarsten lähmte.
Unsre erste Sorge war jetzt die Errichtung mehrer provisorischer Schuppen für die Zeit, bis die Lichtungen so weit vorgeschritten sein würden, um den Aufbau der Hauptgebäude bewerkstelligen zu können. Während dessen durchstreiften K. und ich mit den Ortskundigen die nächsten Waldufer, um das ge-. eignetste Terrain für die Kolonie und die Hafenanlage zu ermitteln. Thonschiefer, weiter stromabwärts mit Sandstein- und Kaltlagerungen wechselnd, ist der Dammerde des Catatumbogebietes untergelagert, dessen Hauptbecken, der Cata-
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