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Vermischte Literatur.
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Vermischte Literatur.

Heldensagen von Firdusi. In deutscher Nachbildung nebst einer Einleitung über das iranische Epos von Adolf Friedrich von Schack. Zweite vermehrte Auflage, Berlin, 1865, Verlag von Wilhelm Hertz. 439 S. Lex. Form.

Das große Gedicht des Firdusi, welches uns unter dem Namen Schahname überliefert ist, zerfällt in zwei wesentlich verschiedene Hälften: Die Königs- und Heroensage von Iran mit einer mythisch-symbolischen Einleitung und eine sagen­haste Ueberlieferung der späteren persischen Geschichte von der Zeit der letzten Nach­kommen des Darms Hystaspis an bis zum Sturz der Sassaniden. Jene erste Hülste mit Ausnahme der mythischen in der ältesten Göttcrlehre des arischen Volks wurzelnden Gesänge der Einleitung haben wir hier in ihren schönsten und berühm­testen Bestandtheilen vor uns. Die Einleitung mußte wegbleiben, da sie sich sür ein größeres Publicum nicht eignet; die zweite Hülste des Gedichts aber hat mit dem alten Epos nichts zu thun und bildet keine Einheit wie dieses, sondern läßt sich mit den Neimchronikcn des Mittclalters vergleichen, obwohl auch sie einzelne sehr schöne Stücke enthält und überall den hohen Geist des Dichters bekundet, der das Ganze schus. So können wir uns mit dieser Auswahl begnügen, und zwar um so mehr, als deutsche Leser kaum Zeit finden möchten, das kolossale, antcdiluvianisch ungeheure Werk Firdusis mit seinen sechzigtausend Doppclverscn in seiner Totalität übersetzt zu genießen.

Daß der berühmte Perser aber überhaupt gekannt zu werden verdient auch außer dem Kreise der Gelehrten, leidet keinen Zweifel. In dem Epos, welches Schack hier mittheilt, und das sich vollkommen in sich abgeschlossen von den übrigen Theilen des Schahname scheidet, besitzen wir. wie die Einleitung mit Recht sagt, eines der größten Werke, welche die vereinigte Dichtungskrast vieler Generationen geschaffen und einem mächtigen Geiste zu schlicßlicher Zusammenfassung und Fest­stellung überliefert hat. Betrachtet man nur die Fülle seines Stoffes, den Reichthum des bewegtesten Lebens in ihm, die Vielgestaltigkcit der Thaten, Begebenheiten und Schicksale, die Menge tieftragischcr Katastrophen, welche der Dichter uns vorführt, so läßt sich kaum eine andere Dichtung mit ihm vergleichen. Dasselbe gilt von dem riesenhaften Geiste, in welchem es gedacht, den gewaltigen Dimensionen, mit denen °s ausgestattet ist. Dazu kommt, daß es eines der ältesten Monumente aus der Urzeit der Menschheit ist. Nur in der Jugend unsres Geschlechts und nur im Orient, wo dessen Wiege gestanden, und wo es in der Anschauung großer, noch nicht verwitterter Naturformcn erwachsen, konnte eine solche im Ungeheuren schwelgende Einbildungskrast gedeihen, nur dort vermochte sich die Weltanflcht zu bilden, welche

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