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sorgenvolles Alter. Im Juli 1768 hatte ihre Schwäche so zugenommen, daß sie in dem Briefe, in welchem sie dem königlichen Heldenbruder zum Siege von Zorndorf Glück wünschte, kaum noch leserlich schrieb. Jetzt vermochte sie, als ein Schreiben von Voltaire, datirt vom 27. September eintraf, nur noch damit zu antworten, daß sie dem Freunde ihr Bild schickte. In derselben Stunde, in welcher Friedrich die schwere Niederlage bei Hochkirch erlitt, am 14. October 1768, verschied sie. Die letzten Worte, deren sie noch fähig war, waren heiße Wünsche für das Leben und Glück des Königs, und mit seinen Briefen auf dem Herzen wollte sie begraben sein. Friedrich rief ihr in die Marmorgruft, in der sie ruht, die Worte nach:
„Wie könnt' ich Deiner Freundschaft je vergessen!
Du standest fest, Dein Herz an meiner Seite,
Du sahst nach Hilfe aus, zur That entschlossen,
Du warst mein Trost in meinem tiefen Leide,
Die cinz'gc Zuflucht und der Port, wo Ruh'
Und Hoffnung winkte, mein Asyl warst Du."
Auch Voltaire widmete der geschienen Fürstin eine Ode. Mit ihr war der vermittelnde Geist zwischen ihm und Friedrich dahingegangen. Von ihrem Tode an beging jener eine Reihe von UnWürdigkeiten gegen seinen einstigen königlichen Freund und Gönner, die nur ihn beschmutzen. Aber im Gedanken an die ihm unzweifelhaft sehr werth gewesene Verblichene erhoben sich in ihm noch einmal die schlummernden guten Geister, und er schuf jene Ode, die zu den Schönsten und Tiefsten gehört, was der Dichter je empfunden.
Das Gespenst der Mamlinie.
Historische und politische Aufsätze vornehmlich zur neuesten deutschen Geschichte. Von Heinrich v. Treitschke. Zweite Auflage. Leipzig, Verlag von S. Hirzcl. 1865.
Die neue Auflage dieser Sammlung von Essays ist rasch der ersten gefolgt, was wir zunächst mit dem ästhetischen Charakter der einzelnen Bestandtheile erklären, aber Wohl auch als Zeichen deuten dürfen, daß die politische Ueberzeugung des Verfassers in viel weiteren Kreisen getheilt oder doch als beachtenswert!) anerkannt wird, als die Gegner Wort haben wollen. Mehre