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seinem Programm einen neuen Zuschnitt gegeben, ob es genügen mochte, das alte Gewand mit einigen neuen Lappen zu° benähen, wir kommen auf den Anfang unserer Betrachtung zurück, daß eine derartige Repräsentation der öffentlichen Meinung, wie sie im Nationalverein gang und gäbe geworden ist, das Ansehen und Gewicht derselben untergräbt. Will ein Verein einen ernsthaften Einfluß auf das öffentliche Leben gewinnen — eine Aufgabe, die schwer genug in Deutschland ist — so hat er zunächst wenigstens dafür zu sorgen, daß seine Beschlüsse aus dem Innersten des Vereinslebens heraus geboren sind, daß sie als der wohlerwogene und gewissenhaft gesichtete Ausdruck der Summe seiner individuellen Ueberzeugungen gelten können. Nur so können sie wenigstens Anspruch auf Beachtung erheben. Wo .selbst dieser Anspruch infolge grober Formfehler zweifelhaft erscheint, kann die gänzliche Einflußlostgkeit derselben wie der immer tiefere Verfall des Vereins sicher keine Verwunderung erregen.
Die Salomonischen Schriften.
Das Alterthum liebt es. gewisse hervorragende Persönlichkeiten zu Trägern ganzer Literaturmassen zu machen. Geht auch nicht leicht ein anderes Volk hierin soweit, wie das indische, welches z. B. dem Kalidasa die verschiedenartigsten poetischen Erzeugnisse zuschreibt, so finden wir doch ähnliche Erscheinungen bei mehrern der begabtesten Nationen. Auch in den geringen Ucber- bleibseln der alten israelitischen Literatur tritt sie hervor. David war. nach wenigen unzweifelhaft echten Gedichten zu schließen, ein ebenso großer Dichter wie Held; die Ueberlieferung macht ihn darum zum Lyriker pg,r exoelleuos und legt ihm die ganze Sammlung religiöser Gesänge aus neun verschiedenen Jahrhunderten bei, die das Psalmcnbuch bildet. Sein Sohn Salomo muß sogar mehrern ganz verschiedenartigen Werken den Namen geben, die fast gar keine Gemeinschaft unter einander haben.
Von Salomo, namentlich von seinem Charakter und Wesen, wissen wir im Grunde nicht viel Sicheres, viel weniger, als von David. Die vortreffliche Quelle, welche den größten Theil der Bücher Samuels ausmacht und uns so Grenzboten IV. 18KS. 99