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Die Räumung Roms.
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Die Räumung Roms.

Mit der Räumung beginnt es Ernst zu werden. Wohin man auch am Horizont blicken mag, kein unerwarteter Zwischenfall will sich zeigen, auf den die Curie, vielleicht auch L.Napoleon gerechnet haben mochte, um einen Vor­wand zum Aufschub zu erlangen. Der unerbittliche Termin, festgesetzt in feier­lichem Vertrag, rückt näher und näher, und um nicht von demselben überrascht zu werden, ist es Zeit an die Ausführung zu denken und die Vorbereitungen zu dem Moment zu treffen, wo der päpstliche Staat, verlassen von fremder Hilft., auf die eige.?^ Mittel gestellt, die Probe seiner Lebensfähigkeit zu be­stehen hat. Bestätigt es sich, daß eine erste Abtheilung sranMfchn Trupper noch in diesem Monat heimkehrt, so ist dies mindestens eine deutliche Antwort auf die affectirten Zweifel, die man bisher im Vatican zur Schau trug; es ist eine Aufforderung an Rom, neben Gebeten und Bannbullen sich nach ernst­hafteren Stützen seiner Herrschaft umzusehen, es ist an die Herren, die das Un­erhörte noch immer nicht glauben wollten, ein verständliches laseiate ogm spsranöa.

Man scheint in der letzten Zeit noch über die Frage unschlüssig gewesen zu sein, ob es gerathener sei die Truppen auf einmal zurückzuziehen und dafür dem heiligen Stuhl noch eine längere Frist zur Vollendung seiner Vorkehrungen zu gewähren, oder jetzt mit der Räumung zu beginnen und allmälig die fran­zösischen Truppen durch päpstliche zu ersetzen. Vom französischen Interesse be- greift es sich, daß auch die erstere Eventualität in Erwägung gezogen wurde. Denn wenn die Räumung allmälig geschieht, so muß man darauf gefaßt sein, daß da, wo die Franzosen zurückgezogen werden, die Bevölkerung sich erhebt; dann scheint aber für die Franzosen, die andere Orte noch für den Papst be­setzt halten, eine Art von moralischer Verpflichtung zu erwachsen, auch in jenen Orten die päpstliche Autorität wiederherzustellen, und so würde die Räumung illusorisch, die Occupation doch ins Unbestimmte verlängert. Indessen sprachen doch überwiegende Gründe eben für dieses Verfahren. Durch die allmcilige Ablösung kann man hoffen, unvermerkt die eine Autorität der anderen zu sub-

Grenzboten IV. 18KS. 91