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Vermischte Literatur.
Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst. Populäre Vorträge von vr. A. Baumeister. Mainz, Verlag von E. G, Kunze. 1865. 232 S. 8.
Diese ursprünglich in Lübeck vor einem gebildeten Kreise gehaltenen Vorlesungen, sieben an der Zahl, haben vor manchen ähnlichen den Vorzug, daß der Verfasser bei Ausarbeitung derselben von einer Kenntniß Griechenlands aus persönlicher Anschauung unterstützt wurde. Das tritt vorzüglich in der ersten hervor, welche den Parnaß und Delphi in recht ansprechender Weise schildert. Der zweite Vortrag beschäftigt sich mit den eleusinischen Mysterien, so weit wir sie kennen. Ein dritter behandelt dann Prometheus in der Mythe und in dramatischer Dichtung. Zwei weitere Abschnitte haben Ursprung und Einrichtung der griechischen Bühne, Aeschylus und seine Eumeniden zum Gegenstand, worauf der sechste sich über das Kunstideal in den griechischen Götterbildern verbreitet und ein letzter die Ausprägung dieses Ideals in den vorzüglichsten unter den auf uns gekommenen Kunstschöpfungcn der Hellenen, dem Zeus von Otricoli, der Juno Ludovifi, dem Apoll von Belvedere u. s. w. bespricht. Die Darstellung ist klar und lebendig, bisweilen ein wenig zu rhetorisch gefärbt, die gelehrten Arbeiten über die betreffenden Themata sind von dem Verfasser mit Sorgfalt benutzt, neue Gedanken oder Entdeckungen werden, so viel wir sehen können, nicht geboten.
Die Wahlmißbräuche in Nassau. Wiesbaden, Druck von Karl Ritter. 1865.
Eine sehr lesenswerthe kleine Schrift, welche in den Reden der Abgeordneten Lang und Braun bei der am 10. August d. I. vorgenommenen Prüfung der Wahlen zur zweiten Kammer des Herzogthums Nassau das allen Glauben übersteigende Versahren der dortigen Rcgicrungsorgane gegen die liberale Partei aufdeckt und mit einer Masse stauncnswerther Belege illustrirt. „Ich gehe von der Ueberzeugung aus," sagt Braun am Schlüsse, „daß sich niemand, der mit gesundem Menschenverstand begabt ist, der Wahrnehmung verschließen kann, daß es auf diesem Wege nicht mehr fortgehen kann." Jeder, der diese lange Kette von schreienden Willküracten, wie sie hier geschildert sind, sich entwickeln sieht, wird diese Ueberzeugung theilen, es geht wirklich übers Bohncnlied, und es gehört eine unerhörte Stirn dazu, sich dergleichen vor aller Welt sagen zu lassen und nicht roth zu werden und an Einlenken zu denken.