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Vermischte Literatur.
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Vermischte Literatur.

Bayerisches Seebuch. Naturansichtcn und Lebensbilder von den bayerischen Hochlandssem. Von Heinrich Noiz. Drei Bändchen. München, Verlag der Lind- auerschen Buchhandlung. 1865.

Der Verfasser hat ein sehr hübsches Talent sür die Schilderung von Land und Leuten, einen gesunden Humor, gute Kenntniß seines Gegenstandes und die Gabe, die Sprache des Volkes getreu zu reflectiren. Er hat endlich den großen Vorzug, daß er verschmäht, nicht selbst Gesehenes und Untersuchtes zu geben. Seine Mit­theilungen sind darum besonders in Betreff von Sitte und Sage des Volkes durchaus neu und frisch und somit auch neben Steubs anziehenden Bildern aus dem bayerischen Gebirge der Berücksichtigung des Publikums zu empfehlen.

Handwerkslieder gesammelt von Oskar Schade. Leipzig, F. C. W. Vogel. 1864. 280 S. 12.

Wie die deutschen Volkssagen und der deutsche Aberglaube allmälig aussterben, so sind auch die deutschen Handwerksburschenliedcr im Abblühen begriffen. Nament­lich die eigentlichen Zunftlieder werden nicht lange mehr im lebendigen Gesänge bleiben. So war eine Sammlung dessen, was von diesem bunten lustigen Stück deutschen Lebens noch übrig ist. ein sehr dankcnswerthes Unternehmen, und der Erfolg ist ebenfalls gut gewesen. Die hier gebotenen 141 Lieder in drei Gruppen: Zunst- und Preisliedcr, Handwcrksburschenlieder und Balladenartiges und Spottlicder getheilt sind großentheils aus dem Munde von Meistern und Gesellen selbst, dann aus geschriebenen Liederbüchern, aus gedruckten Sammlungen und alten Hand­schriften genommen. Bei jedem Liede ist die Quelle und was dem Texte verwandt ist, angegeben, so daß die Sammlung auch gelehrten Zwecken dienen kann.

York und Pauluzzi. Actenstücke und Beiträge zur Geschichte der Convention von Tauroggcn. Aus dem Nachlaß Garlieb Merkels herausgegeben von Julius Eckardt. Leipzig, Verlag von Veit u. Comp. 1865.

Die vorliegenden Actenstücke sind aus dem Nachlaß des Livländers Merkel ge­nommen, jenes wunderlichen Kritikers und Lästerers Goethes und der Romantiker, der, nachdem er in Deutschland in den Kreisen der schönen Literatur eine wenig glänzende Rolle gespielt, sich als Publicist durch tapferes Auftreten gegen Napoleon Verdienste erwarb. Der Sieg Napoleons über Preußen trieb Merkel nach Rußland zurück, wo er seine Polemik gegen den französischen Eroberer eifrig fortsetzte und namentlich aus Anregung des Generalgouvcrneurs Pauluzzi die Stimmung der mit