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Vermischte Literatur.
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Vermischte Literatur.

Heinrich Simon. Ein Gedenkbnch für das deutsche Volk. Herausgegeben von vr. Johann Jacoby. 2 Theile. Berlin, Verlag von Julius Springer. 1865.

Giebt abgesehen von der eigentlichen Biographie, aus der wir unter anderem sehen, daß Simon aus ursprünglich jüdischer Familie stammte und im Jahre 1805 geboren war, daß er als Referendar in Brandenburg das Unglück hatte, einen Gegner im Duell zu tödten, und daß er daraus mehre Jahre Festungshast zu er­dulden hatte, eine große Anzahl interessanter Notizen über die politische Entwickelung Preußens, besonders in den vierziger Jahren und über die damaligen Verhältnisse in Breslau, wo der Verfasser von ,,Annehmen oder Ablehnen" bald zum Mittel­punkt der Opposition wurde. Bei der Schilderung des Charakters Simons darf man freilich nicht vergessen, daß es ein Freund und Parteigenosse ist, der sie giebt. Indeß sind so viele Materialien von Simons eigner Hand, Tagcbuchsblättcr, Reise- skizzen, Briefe u. d. m. eingefügt, daß der Leser sich ein eignes Urtheil bilden kann, und dieses wird dahin gehen, daß der Hingeschiedene als Mensch die Liebe, die ihm viele bewahren, allerdings in reichem Maße verdient hat. Auch als Politiker war er ein chreuwerthcr tüchtiger Mann, gewissenhaft und furchtlos, nur daß bei ihm, vorzüglich in der Zeit nach den Februartageu von 1848, Gefühl und Phantasie die verständig realistische Betrachtung der Dinge beeinträchtigten, und daß er später in die Fehler aller Flüchtlinge verfiel, die sich darin concentriren, daß man die mit über die Grenze genommene Vorstellung von dem, was möglich und crstrcbenswerth, mehr oder minder für immer festhält und so in einer Welt lebt, die sich mit jedem Jahre mehr von der wirtlichen im Vaterlande entfernt. Eins indeß erfreut hier unter manchem schiefen Urtheil: zu allen Zeiten und bis zuletzt ist Simvn in der Ver­bannung ein guter Preuße geblieben. Recht unmuthige Beiträge zur Culturgeschichte Deutschlands sind die Mittheilungen aus dem Hause des Großvaters und dcr Eltern Simons, welche den größten Theil des ersten Capitels im ersten Bande ausmachen.

Geschichte der Hohenstaufen. Von Wilhclm Zimmermann. Zweite Auflage, Stuttgart, Ricgcrsche Verlagshandlung. 1865.

Diese zweite Auslage ist eine mehrfach veränderte und verbesserte, auch umfaßt sie achtzehn Jahre mehr als die erste, indem sie die Ereignisse vom Ableben Friedrichs des Zweiten bis zum Tode Conradins hinzufügt. Die Auffassung der Hohenstaufen von Seiten des Verfassers trifft im Wesentlichen mit der unseren zusammen, die Darstellung ist lebensvoll, anschaulich und von der Art, daß das Werk sich auch für das größere Publikum eignet.

Europäische Chronik von F. W. Ghillany. Leipzig, 1865. Verlag von O. Wigand. 2 Bde.

Ein gutes Nachschlcigcbuch, welches die wichtigsten Daten der Neuzeit von 1492