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selben dem Feldzeugmeister vor. „Ganz recht," rief der Letztere nach kurzem Nachsinnen, „kenne den jungen Herrn schon, Herr Graf, und hätte ihm vor drei Jahren statt der goldenen Schnüre, die er da trägt, eine Schnur von Hanf zukommen lassen, wenn er ein gescheidterer Kopf und Sie nicht sein Papa gewesen wären." Daß Haynau demungeachtet aus seine Wiederanstellung gehofft, ja sich heimlicher Weise darum beworben habe, scheint nach dem Angeführten unwahrscheinlich, wird aber mehrfach behauptet und er soll sogar den Tag Vor seinem Tode die bündigsten Zusagen einer baldigen Berufung auf einen ebenso einflußreichen, als seinen Wünschen entsprechenden Posten erhalten haben.
So wie man ihn im Leben nur in der äußersten Noth verwendet und seine Leistungen nur widerstrebend anerkannt hatte, that man auch nach seinem Tode nur so viel, als man unumgänglich thun mußte. Sein Lcichenbcgäng- niß wurde mit dem genau seinem Range, nicht aber seinen Verdiensten um das Haus Habsburg entsprechenden Pompe abgehalten und sein Regiment noch vor Ablauf der gewöhnlichen Trauerfrist dem Fürsten Jablonowstt) verliehen, während sogar das Regiment des Banns Jcllachich, welcher bekanntlich ein ebenso geschickter Agitator als unglücklicher Feldherr war, diesen Namen „auf immerwährende Zeiten" zu führen hat. Daß später ein Standbild des Feld- z-ugmcisters zu den Statuen Radetzkys, Windischgrätz' und Jellachichs, welche die sogenannte Nuhmesballe des Artilleriearsenals zieren, hinzugefügt wurde, geschah eben nur, weil man eine bemerkbare Lücke auszufüllen hatte, etwa wie Passionirte Whistspieler bei der Annahme eines „Vierten" manche Bedenklichkeit fallen lassen, die sie unter andern Umständen gegen den Betreffenden erheben würden. Dieses Standbild ist aber auch fast das einzige Zeichen der Erinnerung, welches von denen, welchen Haynau Dienste geleistet, gestiftet wurde. Kein Schiff, keine Festung, keine Kaserne oder Brücke führen den Namen des ge- fürchteten Besiegers der Ungarn.
So wurde dieser Mann — wenn nicht der gänzlichen Vergessenheit — Wenigstens dem Stillschweigen überliefert. Und er verdiente dies Schicksal, wenn man in ihm nur den Menschen und Staatsmann betrachtete, nicht aber, wenn man ihn mit so manchen Generalen, denen man in Oestreich die Unsterblichkeit zuzusprechen suchte, etwa mit Größen wie Gablcnz und Gondrccourt, in Vergleich bringt. Als Staatsmann unpolitisch und eigensinnig, als Feldherr vft zu viel seinem Glücke vertrauend, als Befehlshaber zwar das materielle Wohl seiner Untergebenen befördernd, aber sie auch rücksichtslos seinen Zwecken aufopfernd, als Untergebener unbotmäßig und erlittene Zurücksetzung nie vergessend, mit Gleichgestellten sich nur schwer vertragend, die Gegner schonungs' los verfolgend, war Haynau gleichwohl besser als manche unter denen, welche Grenzboten III. 186ö. 6