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Das Welfenlied von Gustav v. Meyern.
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vielen schönen Stellen gibt es andere, in denen der Sprache Durchsichtigkeit und leichter Fluß fehlt. Die Versform, eine vierzeilige Strophe, ist die bekannte Auflösung von zwei langen Zeilen des alten Nibelungenmaßes, das Metrum ist in den einzelnen Gesängen verschieden variirt und im ganzen mit gutem Takt gebraucht, da wo ein alterthümlicher Ton durch Weglassen oder Häufung der Senkungen und Verlängerung der vierten Verszeile zu vier Hebungen erstrebt ist, wird der Vers für ein modernes Ohr bisweilen zu wenig rhythmisch. Es ist eine schwere Sache mit dem Nachbilden der kunstvollen Variationen, durch welche die Nibelungenstrophe im Mittelalter so reizvoll gemacht wird, wir können nur ungefähr den Takt der Verssiguren nachahmen, und müssen dabei doch manche von den Gesetzen des modernen Versbaues opfern. Die Feinheit, Grazie und den Reichthum dieser alten schönen Strophe ver­mögen wir nicht mehr zu erreichen, da die Gesetze unsres Versbaues, d. h. der Tonfall unsrer Sprache seit dem Mittelalter ganz andere geworden sind.

Außer der poetischen Anlage des Dichters, dem interessanten Stoff und der eigenthümlichen Behandlung desselben zeigt das Buch auch den patriotischen Sinn eines Mannes, der den Grundgedanken darstellt, daß deutsche Fürsten­größe sich nicht in Souveränetätsgelüsten, fondern in der Selbstaufopferung für unser gemeinsames Vaterland bethätige. Das Werk hat grade jetzt eine schöne und gute Tendenz. Die Ausstattung des Buches ist so glänzend, wie die bekannte Firma sie den Lieblingen ihres Verlags bei der Reise in die Welt mitzugeben weiß.

Wochenbericht.

Aus England. Die letzten Erklärungen Lord Clarendons lind Lord I. Rüssels im Parlamente werden nun wol diejenigen beruhigen, die bisher an einem aufrichtigen Willen Englands, den Krieg gegen Rußland im Ernste zu führen, gezweifelt haben. Man war von vornherein entschlossen, keine Verletzung des öffentlichen Rechts Europas zu dulden, denn man war sich seiner Pflicht als eine der Großmächte, welche die völkerrechtliche Polizei gegen alle Uebelthäter und Land- sriedenöstörer in Europa auszuüben haben, vollkommen bewußt. Eingedenk der großen Segnungen des Friedens hätte man jedoch gern ohne diesen zu stören den alten Rechtszustand, wieder hergestellt gesehen, nnd ließ deshalb keine diplomatischen Mittel unversucht. Da diese aber fehlgeschlagen haben, und man einmal die kost­spieligen Rüstungen zum Kriege gemacht hat, so wird man jetzt nicht mehr blos mit der Wiederherstellung des ««,->>,»» c^io ->iue zufrieden sein, sondern mit aller Energie dafür sorgen, daß Rußland aus seiner Angrtffsstellung gegen die Türkei verdrängt wird. Eiue entsprechende Vermehrung der Landtruppen im Orient ist bereits im Werke, und zwar auf die in einem frühern Artikel angedeutete Weise: