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vcht Uhr öffnete der Bediente, der seine VerhaltuugSbefehle empfangen hatte, die Thür, nnd meldete die Herzogin von Dcvonshire an. Brummell erhob sich dann von seinem Lehnsessel, nnd ging bis an die Thür, um die Königin der schönen Welt zn empfangen. „Ach! liebe Herzogin," sagte er, „ich schätze mich glücklich, Sie bei mir zn sehen! Ich bitte Sie, machen Sie es sich in diesem Fantcnil bequem. Sie wissen wol, daß es ein Geschenk der Herzogin von >'1erl. meiner sehr guten Freundin ist? Die arme Herzogin, sie ist nicht mehr!" Hier füllten sich die Augeu des Greises mit Thränen, er sank selbst in den Fauteuil, uud starrte mit leerem Blick in das Feuer, bis Lord Alvauley oder Lord Wvr- cester, oder ein andrer Name angemeldet wurde, nnd dann wiederholte sich die ebenbeschriebene Scene. Um zehn Uhr wnrden die Wagen angemeldet, uud die Farce hatte ausgespielt.
Zuletzt mußten seine Freunde ihn in das Jrrenhanö Bvnsanvenr schaffen lassen. Dort starb er am 30. März 18i0, 62 Jahr alt. Ein trauriger Tod, der ein im Ansaug glänzendes, aber nicht bcncideuswertbeö. Leben krönte. Es ^ fehlte ihm Würde und Wahrheit. Die reinste Selbstsucht erstickte alle ander» Gefühle. Brummell hatte Freunde, die ihu fünfundzwanzig Jahre lang in Allem erhielten, und doch beklagte er sein Hündchen, als er starb, als seinen einzigen Freund. Die größte Entschuldigung für alle Verirrnugen, die Leidenschaft, vermissen wir bei ihm gänzlich.. Er richtete sich nicht wegen einer Geliebten zu Grunde, sondern wegen Huilv rmtlquv, Ku,u äo 6o1vKnv uud Milchbädern. Und doch konnte es einem Manne, dem es trotz dunkler Geburt uud beschränkten Mitteln gelang, sich eine Art Dictatur über die stolzeste und reichste Aristokratie der Welt zu erringen, nicht an Begabung fehlen. Widrige Verirrnug der modernen Cultur, die einem Manne von Geist und Geschmack in der Vollkommenheit seines Halstuchknotens das höchste Ziel seines Strebenö finden läßt.
Louis Bnonaparte und die öffentliche Meinung.
Der Staatsstreich ist vorläufig gelungen, freilich ist, was bis jetzt geschehen, nur der Anfang einer abenteuerlichen, wilden nnd verhängnißvollen Zukunft.
Wir iu Deutschland haben dabei an uuö selbst zweierlei mit Verwunderung beobachten können. Erstens, daß die augenblickliche Wirkung der Pariser Gewaltthat auf unser Volk eine verhältnißmäßig sehr geringe war. Die Course fielen um 1 bis 2«?, und der ZcitungSleser griff zn gewohnter Stunde etwas eifriger nach den Tagesneuigkeiten; kaum daß die Bekannten im Vorbeigehen einander flüchtig die neuesten telegraphischen Depescheu mittheilte». Zweitens aber war zu bemerken, daß die Beurtheilung der Gewaltthat durch die öffentliche Meinuug