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Beau Brummell : ein englisches Sittenbild.
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B eau Brummell.

Ein englisches Sittenbild.

Die Ieunesse dorve Englands während der Restaurationszeit suchte ihren Stolz, außer in der etwas barbarischen Pracht der Toilette, ganz dem hand- sestern Charakter der Inselbewohner gemäß im unmäßigsten Zechen, Raufereien, blutigem Straßenskandal und schamloser Unstttlichkeit, und die Tityre tus, die Hawcubites und die Mohawks waren lange Zeit der Abscheu uud der Schrecken des ehrsamen Londvners Bürgers. Selbst als das Beispiel Frankreichs mehr äußere Feinheit in die Sitten gebracht, erinnerte noch der Buck am Ende des vorigen Jahrhuuderts iu vieleu Zügen an den Landedelmann, dessen Heimath weniger das Boudoir der Dameu, als der Pferdestall, das Jagdgebiet uud die Neunbahn war. Die Gabe der frivolen Grazie, des feinen Geschmacks schien dem Eng­länder zn lange versagt zu sein, bis zur Entschädigung für die verspätete Entwickelung in Brummell der Fürst und das Muster des moderuen Stutzerthmns erstand, der alleinherrschende Gebieter der fashionablen Welt, den Byron hoff­nungslos beneidete, und den der Prinzregent, da er ihn nicht erreichen konnte, vergötterte und haßte. Zwanzig Jahre dauerte seine Herrschaft; da stürzte sein Thron zusammen, uud er mußte wie andere gestürzte Könige in die Verbannung flüchten, wo er nach weiteren Jahren fast vergessen starb. Doch widmete ein treuer Freuud und Verehrer, Capitain Jesse, seinein Gedächtniß ein Buch, welches wol kaum nach Deutschland gedrungen ist. Uns geriet!) es zufällig uuter die Hände, nnd wir benutzten es zu einer flüchtigen Skizze aus einer Fashionwelt, welche jetzt untergegangen ist, und an welcher jeder moderne Elegant ein Pietäts- intcrefse nehmen muß.

George Bryau Brummell war geboren am 7. Juni 1778, uud vou keines­wegs aristokratischem Geschlechte, denn sein Großvater war Conditor, uud sew Vater Privatsecretair bei Lord Nvrth; doch hatte er seinen Aelteru ein Erbe von 30,000 Pfd. Sterling zn verdanken, so wie eine gute Erziehung in der SctM von Eton, wo er mit den Sprößlingen der euglischeu Aristokratie bekannt wurde, und sich zu seiner spätern Laufbahn vorbereitete. In Eton zeichnete sich der jnnge Brummell weder durch dumme Streiche uoch durch gründliche Studien aus, die Stärke seiues Genies lag in einer ganz andern Richtung. In der Knnst seine Frisur zu ordnen und bei Negenwctter die Strümpfe frei von Schmnz erhalten, duldete er tciueu Nebeubtthler. Auf der Universität Oxford setzte er seine Studien in gleicher Weise fort, uud vertauschte dann in seinem 16. Jah^ die mühsame akademische Lausbahn mit der militärischen, indem er eine Cornet- stelle im -10. Husarenregimente annahm, welches seinem fürstlichen Gönner »n spätern Feinde, dem Prinzen von Wales, angehörte.' Der Prinz, der für M