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Pariser Botschaften.
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Nie, in keiner Periode war Frankreichs Schicksal in dem Maße von einem Zufalle abhängig wie jetzt. Alle Umstände scheinen zusammentreffen zu wollen, »in die Saite» auf'S Straffste zu spannen und die Ruhe auf die Spitze zu stellen. Lonis Bonaparte ist jeden Tag im Begriffe, die Parole zu geben, und jeden Tag findet er, daß die Vor- l'ercitnngeu noch nicht sicher genug getroffen wären. Er wird übrigens im wahren Sinne des Wortes belagert von Anträgen und Lösnngsplancn jeder Art. Sein Staats- strcichsgcncralstab ist zusammengesetzt, die Rollen vertheilt und cs fehlt blos der Ent­schluß. Die Majorität, welche von Allem Kenntniß hat, was im Elyfte vorgeht, ist wirklich eingeschüchtert, und cs ist möglich, daß sie gänzlich nachgiebt, und sogar die Dring­lichkeit des Ministerverantwortlichkeitgesctzes verwirft. Die militärischen Führer, welche dem Präsidenten feindlich gesinnt sind, versuchen zwar, den kriegerischen Geist, der die Rechte bisher beseelt zu haben schien, zn erhalten, aber cS sprachen sich zu viele Symptome von Entmnthignng aus, als daß wir diese ganz ohne Berücksichtigung in unsrer politischen Bilanz lassen konnten. So wie die politischen Zustände, so deuten die andern auch auf das Bevorstehen einer großen Erschütternng. Die finanzielle Lage Frankreichs ist eine höchst ungünstige und die Regierung ist ernstlich besorgt, in große Verlegenheiten zu gerathen.

Alarm! Während ich dies schreibe, debutirt der Neffe in seiner Revolutious- rolle. Die Nationalversammlung wird mit treuen Soldaten des Elyftc umstellt, ihre Auslösung wird ansgesprochcn; Decrct des Präsidenten, wclchcS das allgemcine Stimm- recht wiederherstellt, der kleine Thiers, trotz seiner bösen Ahnungen, Changarnicr, Laino- ricivre und zwei andere Generale verhaftet; Paris ist in einem Zustande von Aufre­gung, der nur mit dcm Worte swpor bezeichnet werden kann. Wir Haben's lange erwartet, und jetzt kommt cs uns doch zu grob. Trösten Sie ihre Leser, ich glaube a» den Frieden, ich glaube an die heilige Allianz im Osten und die Ruhe im Westen; der Neffe ist toll geworden, aber ich glaube fast an ihn; wenn ihm die Pariser verzeihen, daß e> so brüsk aufgetreten ist, so setzt er sich auch durch, freilich nicht auf -IU Jahr. Dic Republikaner halten merkwürdig znrück. Bei alle dcm steht in diesem Augenblick «.Nachmittag) dtt Sache so, daß Sie Ihren Lesern rathen können, unverzüglich hcrzukommcu nnd !?"/<> Ncntcn zn kauft». Es ist für klnge Köpfe jetzt dic größte Change zu großcm Gewinnst' Denn dic Politik der Mehrzahl ist zuletzt: Friede, Gcnuß, Einnahme; wer u»S die er­hält, wird unscr Herr, und wie cs auch komme: Frankreich geht nicht verloren.

B »i ch ersch a u.

Historische Hausbibli othck, herausgegeben von Prof. Bülau. Bd. <9^' An sich ist cs ein dankcnSwcrthcs Untcrnchmcn, dcm Pnblicnm an Stclle ^ seichten u»d stofflosen Romane, dic entweder geradezu schädlich auf seine Phantcn^ wirken, oder wenigstens seine Bildung nicht fördern, eine Lccturc zu snppcditiren, es zu gleicher Zeit unterhält und belehrt. Bei der Neigung des Publicums für pc"^ dische Werke, an deren Folge es sich gewöhnt, auch wcnn sich kein innerer Zusann»e"' hang damit verknüpft, ist ein Unternehmen wie dic historische Hansbibliothek vollkom»'^ zu billigen. Was den Stoff betrifft, so scheint sich zunächst eine knrz gefaßte GeschO von einzelnen Staaten zn empfehlen, allein diese hat wieder den Uebclstand, eine zu solchem Zweck abgefaßte Arbeit nicht jene Mühe verwandt wird, die ein selbst!^ wählter und mit Vorliebe verfolgter Stoff mit sich bringt. Es ist daher nicht nur c>^