343
Mann, nnd das Männliche im Charakter des Poltergeistes kommt wenig znm Vorschein. Dagegen sollte man Oberem selbst etwas mehr Gravität geben, und den huschen Tenor ans der Oper, wo er sich in der nämlichen Rolle bewegt, dazu verwenden. Für die handelnden Schauspieler ist übrigens noch zu bemerken, daß ihre Mißverständnisse und Verwickelungen beim Publicum denselben komischen Eindruck machen sollen, wie bei den idealen Zuschauern, bei Puck u. s. w., und daß Shakspeare auch sehr entschieden darauf hingearbeitet hat, indem er sie mit der Unbildung, etwas recht Tiefgefühltes und Weises anözusprechen, den größten Unsinn reden läßt. — Mit dem Schluß dieses Acts hört das Interesse ""f; die Späße der Handwerker im letzten Act sind eigentlich zu grob, als daß >vir sie besonders vermissen sollten. Die dazwischen eingeschobenen Bemcrkuugeu d°S Thesens und der Uebrigen sind sehr langweilig, nnd der etwas prahlerisch ausgestattete Rahmen mit der Mnsik des Hochzeitmarsches und den vielen Fackeln ^ßt nicht für das kleine Bild. Zwar gehen mit diesem letzten Act einige zarte ^ndentnngen verloren, daß die äußerlichen Capricen der Kobolde, denen die Liebenden im Walde anheimfielen, eigentlich nnr ein Ausdruck siud für die innere Natnr der Liebe, die sich gern in Capricen bewegt, allein wir können auch diese an sich ^cht hübsche Moral gern entbehren. — Dagegen darf der erste Act nicht wegsei,, obgleich er kein großes Interesse erregt, und obgleich die darin vorkommende Vermischung aller möglichen Gebräuche, Mythologien uud Sitten sür unsren Geschmack zu stark ist. Ucbrigcus hat GerviuuS Unrecht, .wenn er für die Vorstellung das antike Costnm verlangt. Vom Alterthum ist in dem Stück keine Rede, "nd die Hoftracht des Nenaissancezeitalters ist für ein pathetisch-bnrleskcS Festspiel gerade das angemessene Costnm. Auch die Amazonen, die man im Gefolge der Hivpvlhta angebracht hat, sollten wegbleiben.
Der Katholicismus in Frankreich.
Auf den ersten Anblick scheint es befremdend, daß gerade in Frankreich ein'em Wholischen Lande, die antichristliche Philosophie eine Energie nnd en.e AnSdeh- ">"'g gewinnen konnte, wovon in den protestantischen Ländern England nnd Dent,ch-
keine Rede war.nnd daß dann wieder eine kirchliche Neact.on eintrat, u, wel-
sich die gesammten Anstrengungen der Encyklopädisten als illnsorisch erwiesen, beides ist aber sehr natürlich.
Der Katholicismus bildete weuiger mit seinen Lehren, als mit scmeu Em- 'lchtnngcn, einen so entschiedenen Gegensatz gegen die öffentliche Meinung, daß eine Vermittelung nicht zu denken war. Die Opposition mußte also eine radikale und negative sein. In unsrer Zeit, wo man die Gegenstände so lange
Grenzbvten. IV. -I8Ü1.