Beitrag 
St. Beuve.
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und zn wollen, weil die beständige Jagd nach dein Vergnügen weder dem Gefühl, noch der Intelligenz, noch dem Willen die Zeit läßt, sich zu entwickeln. Die Figuren, in denen dieser Gedanke individualisirt ist, sind ans ein Minimum be­schränkt; trotz dem ist die Spannung mit großem künstlerischen Geschick ausge­arbeitet, und wir werden gerührt und erhoben, wenn auch die Sprache sich zn sehr im Lyrischen bewegt und zuweilen in Schwulst verfällt.

Die conservative Opposition in Preußen.

Unsre Tageblätter haben von ihrem Parteistandpüukt aus das Votum des Hcrru v. Bethmauu-Hvllweg ^) vielfach besprochen, aber sie haben den Eindruck doch nicht vollständig geschildert, den diese kleine und doch so schwer ins Gewicht sollende Schrift auf die Leser aller Parteien ansübt, denn sie haben wenig Worte stefuudeu, dem braven nnd ehrlichen Mann, der ein Herz für sein Vaterland und k>n lebhaftes Gefühl für die Ehre Preußens zeigt, Anerkennung und Dank zn ^gen. Ja, Dank, denn die Verhältnisse in Preußen sind gegenwärtig so, daß

politische Parteistaudpunkt weniger Bedeutung hat, als das Hervortreten einer wichtigen und männlichen Gesinnung, welcher Seite sie auch angehöre. Anch der ^vnvurf, welchen befreundete Blätter Herrn von Bethmann machten, daß seiue Überzeugung von der Ungesetzlichkeit der letzten Negierungömaßregel so spät Worte gefunden habe, ist nugerccht. Lange muß der Mann mit sich gekämpft !Uld Vieles muß seinen preußischen Stolz verwundet haben, bevor' ihm die Pietät gegeu die Person seines geliebten Monarchen und die Anerkennung früherer Un- ^niehmnngen des Ministerinmö, welche von seinem Standpunkt aus natürlich gestatteten, seinen Bedenken einen so entschiedenen Ausdruck zn geben. Daß ^ es doch that, uud gerade zu dieser Zeit, und gerade er, das soll ihm Preußen vergessen. Wir gehören nicht seiner Partei an, aber wir würden es für ein großes Glück halten, wenn sich das Gerücht als wahr erwiese, daß er im Verein

mehreren Gleichgesinnten eine conservative OppositivnSzcituug einrichten und prvtegireu wolle. Es giebt gegenwärtig in Preußen so Vieles, was gesagt wer-

mnß und was die liberalen Blätter nicht mehr sagen können, weil die Maß- ^geln gegen die Presse gegenwärtig so rücksichtslos, kleinlich nnd heftig sind, daß

jedem freien Wort die Existenz großer nnd solider Blätter auf dem Spiel ^bt. , Zwar fürchten wir nicht einen antokratischen Umsturz der Verfassung. Denn ^lbst die Regierung muß durchfühlen, daß diese Verfassung, wie sie anch nach dem Willen des Ministeriums geworden ist, doch das einzige Band bildet, wel- ^6 gegenwärtig die Krone mit dem größten Theile des Volkes znsammenhält.

Die Neactivwmg der preußischen Provmzicüwndtage, Berlin, W. Herz. 4831.