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Kaulbach´s diesjährige Arbeiten in Berlin : 2. Die Pfeiler und Pilaster.
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als der Professor Waagen in seinem Kataloge zur Gemäldegallcrie, dessen klare und belehrende Anordnung überall zum Muster dienen sollte. Jenen kunstge­schichtlichen Werth zu ergänzen, hat man sich offenbar bei Erbauung des neuen Museums zum Hauptziele gesetzt, und sucht das Gebäude daher iu allen Theilen, in seinen Formen wie in seinem Inhalte, wissenschaftlich und historisch instrnctiv zn halten. Hier nnd da mag immerhin eine Pedanterie, eine Osteutation mit untergelaufen sein; im Ganzen ist doch viel gefordert. Kaulbach's Schöpfun­gen aber erfüllen die gleiche Aufgabe in großartiger Weise, indem sie ein um­fassendes Panorama der Kulturgeschichte bilden, die Symphonie zu den einzelnen Acten der verschiedenen Culturperioden.. A. G.

St« Beuve.

Durch die neue Ausgabe seiner literarischen Portraits hat St. Beuvc von neuem die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es ist aber eigenthümlich, daß sein Urtheil sich seit 20 Jahren vollkommen verändert hat. Die Lobsprüche, die er damals den Führern der romantischeu Schule ertheilte, habeu sich jetzt in ihr Gegentheil verwandelt, uud nicht allein gegen Victor Hugo uud Lamartine, die durch spätere Schriften hinlängliche Veranlassung zur Modifikation des früher» Urtheils gegeben habeu, souderu auch gegeu Chateaubriand, Buranger und An­dere, deren literarische Thätigkeit damals schon ziemlich abgeschlossen war, finden wir jetzt die bittersten Angriffe, die aber weniger diesen Dichtem gelten, als der vorschnellen Verehrung, welche der Kritiker ihnen früher hatte zu Theil wer­den lassen.

St. Bcnve gehörte in der Zeit, als die romantische Schule auftauchte, zu den rüstigsten Vertheidigern derselben. Iu dem 'l'al>l<;an tl» W >>c><-si« lran- >?iN8«z, welches er in seinem 24. Jahre schrieb (1828), hatte er bereits einen prin­cipiellen Kampf gegen die damals allmächtigen Theorien Bvileau's begonnen, und den schnurgeraden Weg, in dem sich die französische Literatur bis dahin bewegt, dnrch eiue Abweichung in deu Irrgarten jener vielseitigen, aber kritiklosen Schrift­steller des 16. Jahrhunderts unterbrochen, die mau nach dem scharf prononcirten Geschmack des 18. Jahrhunderts zn sehr herabgewürdigt hatte. Es war ihm we­nigstens theilweise gelungen, Ronsard n. s. w. bessere Seiten abzugewinnen, und wenn er auf dieses Positive ihrer Leistuugeu eiu zu großes Gewicht legte, so war das durch seine polemische Tendenz gerechtfertigt. Im folgenden Jahre (1829) erschien von ihm: l.u vi«;. Ivs poösivK 1«» pvnsök» cl«>. .losvjch wi'mo. In dem kritischen Theil dieses Buchs ward die Polemik gegen Boilean fortgesetzt und die nene Schnle in Beziehung auf ihre technischen Mittel, Vers-