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Aus dem Münchner Ständehaus. 4. : Das Ministerium.
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brauch für das Heer möchten die Kammern Beschlüsse fassen, welche sie möchte», die Negiernng werde dagegen verwende», was ihr beliebe. Und die Session vo» hat nicht den leisesten Versuch zur schüchternsten Bitte nm Aufklärung über diese nene Praxis des constitntionellen Princips gewagt.

Wie aber konnte diese Männer alle so bitterer Haß bei ihrem Amtsautritte empfange», wie ihnen dann im Lause der Zeiten eine so vollständige Besiegnng der auch iu der Kammer der Wahl vou 186 9 vorhandene» Oppvsitivnselemente gelingen? Man mag dem Fernerstehenden solche Frage nicht verdenken; die vorübergeschrittenen Persönlichkeiten als solche geben weder für das Eine noch für das Andere eine Erklärung. Uud darum ist's auch so ganz erklärlich, daß das reifere Publicum selbst Bayerns die Ursache des Hasses, wie den Grnnd des allmähliche» Sieges, abgeschc» vou der Macht desLaufes der Zeiten", in dem Minister­präsidenten ganz ausschließlich sucht. Man identificirt mit ihm die gesammte iuuerc nnd äußere Politik Bayerns noch viel unbedingter, als die Abelsche Politik mit der Person des Hru. v. Nbel, »ud so ist'S wol nöthig, ihn «abgeschieden von den bisher betrachteten Persönlichkeiten ins Ange zu fassen.

Nationen und Sprachen in Trieft.

I. '

In Trieft wiederholt sich im Kleinen die Erscheinung, welche der Kaiserstaat im Großen darbietet; die drei größten Stämme Europas vereinen sich in beide» zn einem merkwürdigen Gemenge. Die ,,gctreneste" reichsnumittclbare Stadt mit ihrem Gebiete nahm vom Norden her die Deutschen, vom Osten die Slave», vom Westen die Romanen ans, während ans dem Süden auf dem Meere allerlei fremde Gäste zu ihr heraufkommen. Seit uraller Zeit war es so. Als die Römer die nordöstlichen Küstenländer des Adriatischcn Meeres und insbesondere Jstrien sich unterworfen hatten, mußte das alte Tcrgcstc bald eine wichtige Coloine werden; eine Stelle im Cäsar uud mancherlei Inschriften lehren uns, büß eS neben Aquileja als Greuzfcstung gegen die benachbarten Barbaren diente. 2öäh- rend der Kaiserzcit theilte es die Schicksale des Römischen Reiches; bei dessen Untergange und im Verlans der Völkerwanderung wurden nach einander dtt Ostgothen, die Byzantiner, die Lvngobarden seine Beherrscher. Selbst als es an Karl den Großen gekommen, und so zuerst eigentlich für Deutschland gewonnen war, blieb es in fortwährender enger Beziehung zu Italien, tributpflichtig an Vt- ncdig, dessen Schutz zur See es bednrfte. In den. folgenden Jahrhnuderteu des Mittelalters ward es allmählich Sitz eines mächtigen Bischofs, vou den kais«-